Vierzehntes Kapitel.
Die Verdichtung des Konsums.
Noch bedeutsamer für die Entwicklung der gewerblichenProduktionswirtschaft erscheint mir jenes andere Moment, das wirneben der Ausweitung des Konsums in neuerer Zeit ebenfallsals ein Kennzeichen der modernen Marktverhältnisse beobachten;nämlich das, was man die Verdichtung des Konsums nennen kann.Damit meine ich die Thatsache, dafs die Entfernung, inder die einzelnen Bedarfsfälle einer von dem anderenauftreten, immer geringer wird. Auf dem ökonomischumgrenzten Versorgungsgebiet einer Produktionswirtschaft odereiner Handlung erfolgen immer mehr Konsumtionsakte. Die Ver-dichtung der Konsumtion entspricht also dem, was man in derVerkehrssphäre die Zunahme der Intensität nennt. Eine solche Ver-dichtung erfährt der Konsum in neuerer Zeit nun von zwei Seitenher. Offenbar zunächst und vor allem durch die Anhäufung derBevölkerung in immer gröfseren Städten. Es ist dieseine der wichtigsten Folgeerscheinungen der Städtebildung, diehier aber nur erwähnt zu werden braucht, um in ihrer Bedeutungauch schon begriffen zu werden.
Dagegen müssen wir ein wenig länger verweilen bei der anderenEntwicklungsreihe modernen Lebens, die in ihrem Verlauf ebenfallszu einer Konsumverdichtung führt; ich meine natürlich die zu-nehmende Vervollkommnung des Personen-, Güter- undNachrichtentransports. Dafs sie in gleicher Richtung wirkt,wie die Konzentration der Nachfrage in den Städten, dürfte nichtzweifelhaft sein. Sie verdichtet den Konsum dadurch, dafs sie dieErreichbarkeit der einzelnen über ein gröfseres Gebiet zerstreutenKonsumenten erhöht und ebenso die Zugänglichkeit der schon vor-handenen städtischen Konsumtionscentren für die Käufer steigert.