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2 (1902) Die Theorie der kapitalistischen Entwicklung : mit Register über Band 1 und 2
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Zweites Buch. Die Neugestaltung des Wirtschaftslebens.

der Fabriken (Schuh -, Hut-, Handschuh-, Schirm-, Porzellan-,Fahrrad-, Seidenwaren-, Butter-, Schreibmaschinen-, Möbel-, Klein-eisenwaren- u. a. Fabriken); letzteres für sehr allgemeine und ver-hältnismäfsig uniforme oder besonders wertvolle Gebrauchsartikel.

B. Ausschaltung durch Initiative der Konsumenten.

Was wir bisher durch die Initiative des Produzenten erreichtsahen: die Zwischenglieder des selbständigen Händlertums aus-zuschalten, wird, wie man weifs, vielfach in noch erheblichgröfserem Umfange auf dem entgegengesetzten Wege ebenfallserzielt: durch entsprechende Organisation der Konsumenten,d. h. durch genossenschaftlichen Bezug der früher vom Zwischen-händler gekauften Waren ohne dessen Vermittlung direkt vomFabrikanten. Es kann an dieser Stelle das Wesen der modernenGenossenschaftsbewegung, die schon die Ansätze zu einer über diekapitalistische Verkehrswirtschaft hinausführenden Wirtschafts-organisation enthält, noch nicht seiner ganzen Bedeutung nachgewürdigt werden. Es mufs vielmehr genügen, um unser Bildvon der Neugestaltung des Warenabsatzes lückenlos erscheinen zulassen, die wichtigsten Errungenschaften auf diesem Gebiete kurzzu registrieren.

Es kommen zwei verschiedene Gruppen von Konsumenten-organisationen hier in Frage: die der produktiven und die derpersönlichen Konsumenten; somit also auch zwei Gruppen vonWaren, die auf diesem Wege umgesetzt werden: Produktionsmittelund Genufsgüter.

I. Die Organisationenproduktiver Konsumenten

zum Zwecke des gemeinsamen Bezuges von Produktionsmittelnsind im wesentlichen auf die landwirtschaftlichen Produzenten undhier naturgemäfs wieder vorwiegend auf die bäuerlichen Wirtebeschränkt *.

Dafs gerade diese Kreise in besonders grofsem Umfange aufgenossenschaftlichem Wege ihren Bedarf decken, hat seinen Grundin der verhältnismäfsig grofsen Einförmigkeit und Konstanz diesesBedarfs. Die benötigten Artikel sind vornehmlich künstliche Dünge-mittel, Saatgetreide und Sämereien, Kraftfuttermittel, in neuerer

1 Über gewerbliche Rohstoffs- etc. Genossenschaften wird im dritten Buchedieses Bandes ausführlich gehandelt werden.