Dreiundzwanzigstes Kapitel. Begriff und Wesen der Konkurrenz. 427
er, d. h. billiger verkaufen kann er aber wiederum nur entweder,weil er durch Surrogierung des Materials oder der Form den gleichenBedarfszweck mit geringerem Aufwande befriedigt, oder weil erdie Produktion (bei gleichgebliebenem Materialaufwand und gleicherVölligkeit der Form) verbilligt, will sagen, an Produktionskosten(im weitesten Sinne) spart: ein Drittes giebt es abermals nicht.
Was ich im folgenden über die Preisbildung selber be-merke, ist nicht im Sinne einer vollständigen Preistheorie zu ver-stehen. Die Aufgabe ist vielmehr durch den Zusammenhang be-schränkt und lautet wie folgt: es sind Mittel und Wege zu
erforschen, deren sich ein Warenproduzent zu bedienen vermag,um die nämliche Ware wie sein Konkurrent billiger herzu-stellen. Diese scharfe Ausrichtung des Problems unter dem
Gesichtspunkte der Konkurrenz bringt es auch mit sich, dafsdie Gruppierung der preisbestimmenden Faktoren durchaus nachden Vorgängen in der wirtschaftlichen Erscheinungswelt, insonder-heit nach der Gestalt erfolgt, die sie im Bewufstsein des kapitalisti-schen Produzenten annehmen. Dafs unter volkswirtschaftlichemGesichtspunkte Produktionsmittel, Grundrente und Arbeitslohnnicht gleichartige Produktionselemente sind, ist selbstverständlich;dagegen müssen sie in einer Theorie der Konkurrenz als
gleichwertige Produktionsfaktoren deswegen nebeneinander auf-geführt werden, weil sie in gleicher Weise als Produktionskostenbildend auftreten. Die entgegengesetzte Betrachtungsweise war dievon Marx, und mit Recht; denn wie bekannt, hat Marx die Lehrevon der Konkurrenz aus seinem System ausgeschieden. (Vgl. z. B.Kapital III, 1, 58.)
Der Preis eines Gegenstandes setzt sich in kapitalistischerBetrachtungsweise zusammen aus dem Aufwand des produzierendenUnternehmers, seinen „Produktionskosten“ (Je) und seinem Ge-winn (p). Nimmt man den Aufwand während einer bestimmtenZeit, sowie den während dieser Zeit erzielten Gewinn als gegebenan, so richtet sich der Preis des einzelnen Produkts nach der Zahlvon Produkten (n), die in jener Zeit erzeugt worden sind. DiePreisformel gestaltet sich danach für unsere Zwecke am bestenwie folgt, wobei P den Preis des einzelnen Produkts darstellt:
p = fc +P
n
Somit ergiebt sich, dafs eine Preiserniedrigung möglich ist ent-weder durch eine Verkleinerung von Je oder p , oder durch eineVergröfserung von n. Setzen wir zunächst einmal p — 0, so be-