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2 (1902) Die Theorie der kapitalistischen Entwicklung : mit Register über Band 1 und 2
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Drittes Buch. Die Theorie der gewerblichen Konkurrenz.

viel besser weifs, worauf sich die Neigungen des Publikums kon-zentrieren werden 1 u. s. w.

Aber was viel bedeutsamer für die Erzielung guter Produkteals die persönliche Geeigenschaftetheit des kapitalistischen Unter-Jnehmers ist, ist die Länge seines Geldbeutels. Das kennzeichnetja doch das innerste Wesen kapitalistischer Organisation, dafs siedurch Geld auf wand alles b esc h affen kann, was siezu ihrem gedeihlichen Wirken braucht: Ausdauer undGeschicklichkeit, Bildung und Geschmack, wissenschaftliches undkünstlerisches Können, alles vermag sie vermittelst Barzahlung inihren Dienst zu stellen. Und es gelten doch nun einmal die Worte,die diesem Buche als Motto vorangestellt sind.

So umgiebt sich der kapitalistische Unternehmer mit einemStabe leistungsfähiger Arbeitskräfte, die ihm das gute Gelingenseines Werkes durch ihr Talent und ihren Fleifs verbürgen. Erkann das thun, weil er die Mittel zum Ankauf hat; er kann esaber auch nur deshalb, weil die kapitalistische Organisation dieursprünglich komplexe Arbeit aufgelöst, die qualifizierte Arbeitausgesondert und die höherwertige Arbeitsleistung auf eine gröfsereProduktenmenge verteilt hat. In diesem Differenzierungsprozesseliegt das eigentliche Geheimnis der gesteigerten Leistungsfähigkeitder kapitalistischen Unternehmung in der von uns untersuchtenRichtung.

Wenn wir näher Zusehen, so sind es drei verschiedene Kate-gorien höher qualifizierter Arbeitskräfte, durch derenVerwendung die kapitalistische Unternehmung zu vollkommnerenLeistungen zu gelangen vermag:

1. der Stab wissenschaftlich oder künstlerisch gebildeter Hilfs-kräfte;

2. die Specialisten der ausführenden Arbeit;

3. die qualifizierten Arbeiter im allgemeinen.

1 In der Glaserei in Leipzig werden dieGrofsbetriebe wegen ihrerpünktlichen und vorschriftsmäfsigen Ausführung vom Architekten bevorzugt,der aufserdem in persönlicher Fühlung mit dem Betriebsleiter bleiben unddafür sorgen kann, das nötige Material auf Lager zu halten, der Mode sichanzupassen etc. U. V, 198. H. Grandke, Die vom Verein für Soc.Pol. ver-anstalteten LT. u. s. w. (Sehmollers Jahrbuch XXI, 3, 80) rechnet diesen Vorzugder kapitalistischen Unternehmung, der ihr aus der gesellschaftlichen Stellungihres Leiters erwächst, zu den Imponderabilien. Das darf nicht heißen, daßes einzufälliger Vorteil ist: er ergiebt sich vielmehr aus dem inneren Wesender kapitalistischen Organisation.