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2 (1902) Die Theorie der kapitalistischen Entwicklung : mit Register über Band 1 und 2
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Fünfundzwanzigstes Kapitel. Die Qualität des Dargebotenen. 441

den Laden trägt, während er diesem womöglich bei jedem einzelnenStücke nachlaufen müfste.

Zusammengefafst: die kapitalistische Unternehmung kannNB. wenn sie will Waren oder Leistungen verglichen mit demHandwerk liefern:

a) gediegener,solider;

b) leichter,gefälliger;

c) eleganter,schikker;

d) künstlerisch schöner;

e) exakter, gleichförmiger.

Und warum das alles?

Zunächst machen sich auch diesmal wieder die beiden Vorzügegeltend, die wir bereits in Wirksamkeit sahen: die Breite derProduktionsbasis und die Specialisierung der kaufmännischen Funk-tionen. Jene ist es natürlich, die unmittelbar eine gröfsere Mannig-faltigkeit der Produktion erzeugt 1 ; sie ist es aber ferner, die häufigdie rationelle Anwendung besserer Verfahrungsweisen (namentlichauch des maschinellen Verfahrens, das in so zahlreichen Fällen zurErzielung solider Erzeugnisse unentbehrlich ist), höherer Formender Technik überhaupt erst ermöglicht, wie in anderem Zusammen-hänge zu zeigen sein wird; die eine bessere Verwendung des Roh-materials zuläfst: zweckmäfsigere Verteilung der Ledersorten, hin-reichende Lagerung von Holzbeständen 2 und dergl. Sie ist esselbstverständlich auch, die die notwendige Voraussetzung für dieSpecialisierung der kaufmännischen Thätigkeit bildet. Diese aberwirkt in mehr als einer Hinsicht qualitätsteigernd auf die Produk-tion, sofern ein kaufmännisch gebildeter Leiter die Witterung desGeschmacks, jedenfalls der Mode eher bekommt als der Handwerks-meister, sofern er durch die stete Fühlung mit den gesellschaftlich ihmnahestehenden Kunden, z. B. im Baugewerbe mit den Architekten

1 Vgl. z. B. UOe., 81.

2 Für das Schicksal der besseren Möbeltischlerei geradezu entscheidendist das gröfsere, besser assortierte Holzlager der kapitalistischen Unter-nehmung geworden. Neben anderen Vorteilen, auf die ich noch zu sprechenkomme, gewährt es den der steten Bereitschaft ausgetrockneter Hölzer. Undam nassen Holz ist ein grofser Teil der handwerksmäßigen Möbeltischlereigeradezu zu Grunde gegangen:gerade das ungetrocknete Material sei öftersSchuld daran, daß noch fortwährend Möbel auswärts gekauft werden, ist einehäufig wiederkehrende Klage. Fachberichte, 105. Vgl. insbesondere die vor-trefflichen Ausführungen P. Voigts in U. IV, 393 f.