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Drittes Buch. Die Theorie der gewerblichen Konkurrenz.
in kapitalistischen Unternehmungen handelt, versteht sich vonselbst. Von sämtlichen Angestellten wurden 1895 gezählt inBetrieben mit 1— 5 Personen 15 383- „ 6-20 „ 46 674
„ „ 21 u. mehr „ 205 905.
Und während sich ihre Zahl in den Kleinbetrieben (für die esübrigens immer erst noch der Untersuchung in jedem einzelnenFalle bedürfte, um festzustellen, wie sie überhaupt zu „Angestellten“kommen) von 1882 bis 1895 um nur 18,1 °'o vermehrte, betrug ihreZuwachsrate in den gröfseren Betrieben für den gleichen Zeitraum140,6 °/o \
Neben jenem leitenden Stabe bedarf die vollendete Produktions-organisation einer Anzahl geschickter, hand- und augegeübter Voll-bringer. Es ist die zweite Gruppe qualifizierter Arbeits-kräfte, die ich Specialisten der Ausführung genannt habe. IhreBedeutung für die Produktion liegt in ihrem höchst persönlichenempirischen Können, dessen es heute — trotz allen wissenschaft-lichen Verfahrens — selbstverständlich immer noch an einzelnenPunkten des Produktionsprozesses benötigt. In ihnen hat sich diealte handwerksmäfsige Technik gleichsam sublimiert erhalten, undes ist wieder einmal ein schlechter Witz der Geschichte, dafs siedas Handwerk nicht zum wenigsten durch die specifisch hand-werksmäfsigen Bestandteile der modernen Produktionseinrich-tungen schädigen läfst. Denn jene Specialisten des empirischenKönnens leisten der kapitalistischen Produktionsweise immenseDienste: sie verleihen ihr grofsenteils die qualitativ unerreichteVollendung ihrer Erzeugnisse. Was aber vor allem hier in Be-tracht kommt, sind bei den chemischen Industrien Zungen- undNasenspecialisten, wie Backmeister, vor allem Braumeister u. dgl.;sind bei kunstverwandter Industrie die Leute von Geschmack, wieDekorateure etc.; sind in den grofsen und wichtigen Bekleidungs-gewerben die Männer mit der sicheren Hand, die Zuschneider.
Welchen Vorsprung die Beschäftigung solcherart Specialistender kapitalistischen Unternehmung gewähren mufs, ist leicht zuermessen. Einer der vielen richtigen und geistvollen GedankenCharles Fouriers ist es bekanntlich, dafs in einer bestimmtenAnzahl von Menschen Neigungen, Veranlagung, Talente etc. ineinem regelmäfsig wiederkehrenden, zahlenmäfsig ausdrückbarenVerhältnis sich vorfinden. Natürlich je eigenartiger die Neigung,
1 Statistik des Deutschen Reichs. N. F. Band 119. S. 66.