Fünfundzwanzigstes Kapitel. Die Qualität des Dargebotenen. 447
■verblieben ist: alternde Gesellen, Trunkenbolde, Faule, Krüppel,verbummelte Existenzen. Man mufs die Meister schimpfen hörenüber das verlotterte, nichtsnutzige Gesindel, das ihnen alle Wochefortläuft und zu keiner anständigen Arbeit mehr zu brauchen ist!Vielfach ist es ein unstet herumstreichendes Wanderproletariat ge-worden, aus dem sich, zumal in kleineren Orten, die Handwerkerihre Hilfskräfte aussuchen müssen 1 .
Wie erklärt sich diese auffällige Erscheinung? Offenbar müssenes wirkliche oder vermeintliche Vorzüge der kapitalistischen Unter-nehmung sein, die den besseren Arbeiter dem Handwerk abspenstigmachen. Solche treten denn auch in zahlreichen Fällen deutlichzu Tage. Zunächst sind es die höheren Löhne, die in derkapitalistischen Industrie sehr häufig bezahlt werden. Nicht immerliegen so übersichtliche Berechnungen der Lohnunterschiede vor,wie für die Schuhmacherei in Leipzig oder die Fleischerei in Berlin, aus denen die Differenzen der Lohnsätze einfach abgelesen werdenkönnen. In der Leipziger Schuhmacherei verdienten 2 :
Handwerksgesellen Fabrikarbeiter
weniger als 10 Mk. . . . 7,6 °/o 4,9 °/o
10-14 „ . . . 67,7 °/o 16,7%
14—18 „ . . . 24,1% 32,4%
mehr als 18 „ . . . 0,6% 46,0%
Der Wochenlohn betrug in Berlin bei 3 :
109 Engrosschlächtergesellen 411 Ladenschlächter-
(also meistens in grofskapitalistischen gesellen (also großenteilsUnternehmungen thätige) im Handwerk thätige)
bis
7,50
Mk. .
... 1
19
»
10,00
... 9
163
»
15,00
»
... 14
193
n
20,00
» •
... 28
32
n
25,00
M
... 41
2
»
30,00
V
... 12
2
über
30,00
»
... 4
—
Durchschnittlich 22 Mk. 13 Mk.