510 Drittes Buch. Die Theorie der gewerblichen Konkurrenz.
wird während der Arbeit, dafs es dort „gemütlicher hergeht“, alsin dem grofsen kapitalistischen Betriebe. Was letzterem seine gröfsereStrammheit verschafft, ist zunächst die kooperative Gestaltung desArbeitsprozesses (hier also ist der Vorteil an den grofsbetrieb-liclien Charakter der Produktion gebunden), ist dann aber vorallem die Möglichkeit, durch Eingliederung des lebendigen Arbeitersin den leblosen Mechanismus eines Maschinensystems jenen durchdie beliebige Beschleunigung des Tempos der Maschinen einenIntensitätsgrad von Kraftaufwand aufzunötigen, den er bei freierBeweglichkeit nie zu erreichen vermöchte x . Freilich hat uns dieseletztere Erwägung schon in das Gebiet der qualitativen Ver-änderung des Produktionsprozesses hinübergeführt.
Im ganzen werden wir feststellen müssen, dafs auch in demStreben, durch Verdichtung des Produktionsprozesses an Kosten zusparen, der Handwerker gröfseren Schwierigkeiten begegnet, als derkapitalistische Unternehmer, ohne dafs ihm übrigens dieser Wegzur Produktionsverbilligung völlig verschlossen wäre. Letzteres istnun aber offenbar der Fall, wo es sich darum handelt, Ersparnisseam Produktionsaufwand zu erzielen durch
II. Ausweitung des Produktionsprozesses.
Wollte der Handwerker hier die Bedingungen für die Produktions-verbilligung schaffen, so würde er sich selbst negieren. Dafs abermit der blofsen Verbreiterung der Produktionsbasis an sich erheblicheVorteile verknüpft sind, ist eine der verhältnismäfsig bekanntenThatsachen aus dem Bereiche der Lehre von der gewerblichenKonkurrenz. Wird ja doch in der Regel der ganze Gegensatz vonHandwerk und Kapitalismus in den Gegensatz von „Grofsbetrieb“und „Kleinbetrieb“ verflacht und bei der Gegenüberstellung dieserbeiden besondere Rücksicht auf die aus ihrer Gröfsendifferenzfolgende Unterschiedlichkeit ihrer Produktionskosten genommen.Es genügt deshalb, hier in systematischer Folge die Reihe vonErsparnissen aufzuführen, die durch blofse Ausweitung des Produk-tionsprozesses sich zu ergeben pflegen.
1 Wo dem kapitalistischen Unternehmen derartige mechanisch wirkendeZwangsmittel nicht zu Gebote stehen, entsteht leicht ein Nachlassen der Arbeits-intensität hinter diejenige des Handwerks, zumal dann, wenn der Lohnarbeiternicht unter steter Aufsicht steht und wohl gar auf Zeitlohn arbeitet. So wirdvon der Malerei berichtet, dafs das Handwerk zuweilen den höheren Inten-sitätsgrad der Arbeit erreicht. Vgl. U. YII, 121.