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3. Das Wirtschaftsleben im Zeitalter des Hochkapitalismus ; 1 (1927) Die Grundlagen - Der Aufbau
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Erster Abschnitt: Die treibenden Kräfte

ausmachen). Der Anteil der jüdischen Direktoren an der Gesamtzahl stiegin der elektrischen Industrie auf 23,1, in der Metallindustrie auf 25,0, inder Leder- und Kautschukindustrie auf 31,5%. Von den Mitgliedern derAufsichtsräte in industriellen Aktiengesellschaften waren 24,4% Juden(in den Kaliwerken 29,4, in der Metallindustrie 30,7, in den Brauereien31,5%). Genauere Nachweise siehe in meinem Buche: Die Juden und dasWirtschaftsleben. Zuerst 1911.

Weit größer ist der Anteil der Juden an der Leitung der Banken,die heute zum größten Teil in jüdischen Händen sich befinden.

Ebenso überwiegen die Juden im großkapitalistischen Detailhandel:die meisten Warenhäuser, die in Deutschland fast sämtlich nach demSystem Tietz eingerichtet sind, sind von jüdischen Kaufleuten begründetworden. Vgl. F. Pinner, Deutsche Wirtschaftsführer (1924), 2/3.

Was für Deutschland gilt, gilt in höherem oder geringerem Gradefür alle Länder mit kapitalistischer Kultur.

3. verdient die Tatsache Erwähnung, daß die moderne Unternehmer-schaft in kultureller Hinsicht dort, wo sie die (kapitalistisch)größten Erfolge errungen hat (wie in den Vereinigten Staaten und teil-weise in Deutschland) vielfach koloniales Gepräge trägt. Freilich istin dieser Kichtung nur eine Entwicklung weiter gediehen, die schon infrüh kapitalistischer Zeit ihren Anfang genommen hatte.

Absichtlich habe ich in diesem Kapitel nur die Tatsachen aufgezählt,aus denen wir zu erkennen vermögen, daß neue Führer an die Spitze derWirtschaft getreten sind, ohne die Bedeutung dieser Erscheinung abzu-messen. Diese Bedeutung liegt vor allem in der Steigerung der Energie,die in der Wirtschaft zur Entfaltung kommt. Da dieses Phänomen aberüber dasjenige der Erneuerung des wirtschaftlichen Führertums hinaus-greift, so soll es in einem besonderen Kapitel behandelt werden.