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Erster Abschnitt: Das Kapital
von sozialem und privatem, von objektivem und subjektivem Kapitalspreche, muß ich — das verlangt nun einmal die Logik — wissen, wasKapital ohne das einschränkende Beiwort bedeutet. Das aber würdekeiner, der jene Doppelausdrücke gebraucht, anzugeben vermögen.
(b) Wir besitzen für drei Begriffe gute (oder schlechte, aber treffende)Ausdrücke, die ihren Sinn bestimmen: Pioduktions-(Arbeits-)mittel,Subsistenzmittelfonds, Erwerbsvermögen; für den vierten Begriff aber:sachliches Substrat der kapitalistischen Unternehmung keinen außerdem Worte Kapital.
(c) Das Wort Kapital in dem hier vorgeschlagenen Sinne allein zuverwenden, empfiehlt sich deshalb, weil wir damit dem Sprachgebraucham weitesten entgegenkommen. Sowohl dem Sprachgebrauch des All-tags- und Geschäftslebens, der in der Tat, wenn er von dem Kapitaleiner Aktiengesellschaft spricht, nichts andres im Sinne hat als das,was wir hier unter Kapital verstehen wollen. Als auch dem wissen-schaftlichen ' Sprachgebrauch. Denn wie sehr man sich auch in ge-wissen Kreisen gegen die Annahme der Bezeichnungen Kapitalismus und kapitalistisches Wirtschaftssystem sträuben mag: man wird sichdaran gewöhnen müssen, sie als gesicherten Besitzstand der Wissen-schaft anzusehen. Gewöhnt man sich aber an diese Ausdrücke, dannscheint es mir geboten, auch das Wort Kapital für ein Verhältnis auf-zubehalten, das dem historischen Zusammenhänge dieses besonderenWirtschaftssystemes eigen ist. Es ist eine Lächerlichkeit, zu der sichdie abweichende Auffassung gezwungen sieht, das Beerensammelneines Kindes, das sich dabei eines Korbes bedient, eine „kapitalistischeProduktionsweise“ zu nennen, wie es Böhm-Bawerk in der Tatfertig bringt.