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Erster Abschnitt: Das Kapital
kommen keinen Pfennig zu sehen von denjenigen Geldbeträgen, diean der Berliner Börse umgesetzt werden, um ihre Aktien zu kaufenund zu verkaufen. Die Beträge, die hier umgesetzt werden, können baldzum Kapitaldasein erweckt werden, wenn etwa der Empfänger(Verkäufer einer privaten Unternehmung, eines Grundstücks, einesEffekts) die erhaltene Summe zu kapitalistischen Zwecken verwendet:etwa um eine kapitalistische Unternehmung zu begründen oder dasKapital einer andern auszuweiten oder neu ausgegebene Aktien oderObligationen zu kaufen.
Die Beträge können aber auch konsumtiven Zwecken dienen unddann dem Kapital verloren gehen oder erst auf langen Umwegen derKapitalbestimmung zugeführt werden. Um einzusehen, daß es sichhier um Summen handelt, die völlig verschieden vom Kapital sind,setze man den Fall: ein Unternehmer verkaufe seine Unternehmung füreine Million in bar. Er stecke die Summe in seine Tasche in derAbsicht, sie bald in Kapital zu verwandeln, etwa in Amerika einGeschäft zu begründen; sein Schiff gehe dann unter und mit ihm dieMillion Mk. oder $. Dann ist dieser Wertbetrag aus der Welt ver-schwunden, ohne daß an einer Stelle der Erde der Kapitalbetrag eineVerminderung erfahren hätte.
Ein praktisch wichtiger Fall ist endlich der, daß die Beträge dieserRentenfonds weder in Kapital verwandelt noch individuell verzehrtwerden, daß sie vielmehr immer von neuem den Besitzer wechseln undimmer von neuem Umsätze von Effekten bewirken, also ewig ruhelosumherirren — der Ort ihres Erscheinens ist die Börse —, weil sie denKapitaltod oder Verzehrtod nicht finden können: imerlöste Seelen!Der größte Teil derjenigen Beträge, die, wie es im Börsenjargon heißt,den „Kapitalmarkt“ bilden, sind solche Rentenfonds, sind solchesnegatives Kapital, Beträge, die mit echtem Kapital ganz und gar nichtszu tun haben.