Quellen und Literatur
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Auch die in der folgenden Darstellung vorgetragenen Ansichten er-kennen die Dichtigkeit der dynamischen Kredittheorien grundsätzlich an.Mein Bestreben war es, die beiden Auffassungen zu einer Synthese zu ver-einigen — die Funktionen des Kredits sind in der Tat zweifache: Erhaltungund Erweiterung -—■ die dynamische Theorie selbst aber besser zu be-gründen und sie von ihren Irrtümern zu reinigen.
Von gegnerischen Schriften aus neuerer Zeit seien erwähnt: L. v.Bortkiewicz, Das Wesen, die Grenzen und die Wirkungen des Bank-kredits im Weltwirtschaftlichen Archiv Bd. 17 (1921/22) und Djelal,Die Hahn’sche Banktheorie. Berl. Diss. 1925.
Dogmengeschichtlicher Stoff findet sich massenhaft bei Komorzynskia. a. 0. Das Buch von V. Avril, Histoire philosophique du Credit, Tome I re(1849), hält leider gar nicht, was der schöne Titel verspricht. Es ist nur alsZeichen der Zeit interessant, weil es die Honigmondstimmung wiedergibt,aus der heraus der Credit foncier und der Credit mobilier gegründet wurden.
III. Teilgebiete bzw. Teilprobleme des Kreditwesens:
1. Gold und Kredit: Hier kommt einerseits die Literatur über die ge-schichtliche Entuncklung der Edelmetallp-oduktion in Betracht. Vor allemalso Del Mar, History of the precious metals 2. ed., 1902, neben dem alszuverlässige Quelle die statistischen Zusammenstellungen des amerikanischenMünzamtes und von Soetbeer-Lexis zu Rate zu ziehen sind. Siehe denArtikel ,Gold’ im HSt. Bd. IV.
Über die neueren Phasen der Goldproduktion insbesondere unterrichten:Welton, Practical gold-mining 1902; Curie, Gold mines of the world2. ed., 1902; Walter R. Crane, Gold and silver 1908. Das lehrreiche,727 Seiten umfassende Werk behandelt hauptsächlich die Gold- und Silber-gewinnung in USA. Max Epstein , Die englische Goldminenindustrie 1909.
Andererseits gehört hierher die Literatur über die Beziehungen zwischenGold (Geld) und Kredit. Diese ist nun außerordentlich dürftig. Man begnügtsich fast immer nur damit, den Einfluß der Geldzirkulation auf die Preisezu untersuchen und behandelt die Frage, welche Bedeutung die Geld-(Gold-)menge auf die Ausgestaltung des Kredits hat, sehr nebenbei. Von neuerenAutoren gehen dem Problem am weitesten nach: Irving Fischer , Thepur-chasing power of money. Zuerst 1911. Robertson, Das Geld, deutsch vonM. Palyi 1924. Kurt A. Herrmann, Die Zukunft des Goldes 1925.Fritz Schwarz, Segen und Fluch des Goldes in der Geschichte derVölker. 1925. Populär, aber mit viel Literatur- und Tatsachenbelegen.
Am meisten findet man darüber in der Konjunktur- und Krisenliteratur,auf die zu verweisen ist.
2. Bankwesen:
a) Allgemeine Literatur, Banktheorie: Je älter, desto besser! (Die Bank-theorie stirbt langsam ab: Das HSt. hat nur noch die Stichworte „Bank-betrieb“ und „Bankpolitik“.) Also etwa: J. W. Gilbart, The history andprinciples of banking 1835 und andere Werke desselben Autors. H. D. McLeod, Theory and practice of banking. 2 Vol. 1855/56. Ad. Wagner,Beiträge zur Lehre von den Banken. 1857. Dazu ein Kapitel aus Ricardo,Marx im 3. Bande (vielfach ungeordnet), auch Mill.