Dreizehntes Kapitel
Die Entstehung des Geldkapitals im allgemeinen
I. Zur Einortung
1. Kapital (was in diesem Abschnitt also immer Geldkapital be-deutet) „entsteht“ wenn eine Geldsumme zur Begründung, Inbetrieb-setzung oder Erweiterung einer kapitalistischen Unternehmung Ver-wendung findet. Es handelt sich immer um neues Kapital, wenn wirvon der Entstehung des Kapitals sprechen: das alte „erneuert“ sichs elbst, das heißt wird, reproduziert“ ‘ durch Versilberung der Einkommens-güter, wie das im vorigen Kapitel auseinandergesetzt ist. Der Begriff:„neues“ Kapital hat einen doppelten Sinn, je nachdem wir ihn volks-wirtschaftlich oder privatwirtschaftlich fassen. Im volkswirtschaft-lichen Sinne „neues“ Kapital ist immer zusätzliches Kapital, das zudem vorhandenen gesellschaftlichen Gesamtkapital hinzukommt. Esbedeutet eine „Akkumulation“ von Kapital und setzt immer eineerweiterte Produktion, will sagen Zusatzarbeit voraus. Privatwirt-schaftlich „neu“ ist jeder Kapitalteil, der zu einem Einzelkapital hinzu-kommt oder auch dieses Einzelkapital erst bilden hilft. Er kann auchohne Akkumulation „entstehen“: dann aber nur unter derVoraussetzung,daß er an einer andern Stelle dem wirtschaftlichen Prozeß entzogenwird, also an dieser Stelle eine Einschränkung der Produktion erfolgt.
Angesichts dieses Doppelsinns des Begriffes „Entstehung“ müssenwir unterscheiden: Kapitalentstehung durch Kapital Verschiebungund Kapitalentstehung durch Kapitalvermehrung.
Im folgenden soll nur dieser, für die hochkapitalistische Periodemerkwürdige Fall der Kapitalentstehung, also die Kapitalver-mehrung untersucht werden.
2. Die Herkunft des neuen Kapitals läßt sich wiederum in einemdoppelten Sinne bestimmen: von der einzelnen Unternehmung ausgesehen, stammt es entweder aus den Überschüssen dieser Unternehmungbzw. aus dem (Privat-) Vermögen der Besitzer oder Leiter dieser Unter-nehmung, oder es ist vom Standpunkt der einzelnen Unternehmungaus fremdes Kapital. Volkswirtschaftlich oder wie wir immer genauer