Dreizehntes Kapitel: Die Entstehung des Geldkapitals im allgemeinen 165
Folge von alledem ist ein in keinem andern Produktionszweig annäherndso starkes Schwanken der Gewinne, die in zahlreichen Fällen überhauptausbleiben, um in andern Fällen zu märchenhaften Beträgen sich auf-zugipfeln. Diese günstigen Fälle sind es, die für die Vermögensbildungeine hervorragende Bedeutung haben. Nicht wenige der großen Vermögen,die sich in den letzten Menschenaltern gebildet haben, verdanken derGoldproduktion ihr Dasein.
Im Jahre 1900 gab es in Südafrika 13, in Australien 20 Goldminen-gesellschaften, die mehr als 25% Dividende im Jahre zahlten; von diesen33 Gesellschaften zahlten zwischen 30 und 40% 14, zwischen 40 und 50%6, zwischen 50 und 70% 5, zwischen 70 und 100% 2, über 100% 3 (112,5,156, 185%). Siehe William S. Welton, Practical Gold-Mining etc.1902. Im Jahre 1910 bezahlte Premier Deffered 200%, Rand Mines 220%,Ferreira 300% (1909: 600%). In andern Gebieten, und namentlich in denWaschgoldbezirken, sind die Gewinne noch höher gewesen. —
Ich teile noch eine Zusammenstellung mit, die sich bei G. d’Avenel
1. c. Vol. V, p. 352 findet. D’Avenel hat den Ursprung der 100 größtenfranzösischen Vermögen ermittelt und kommt zu folgendem Ergebnis (dieEinteilung in die drei Kategorien stammt von mir): Ihren Ursprung ver-danken :
1. Grundrentenakkumulation . . 5
2. Spekulationsgewinn.37
3. Extraprofiten.58
Der dritte Umstand, von dem die Höhe des potentiellen Kapitalsabhängt ist
c) das Maß der Wirtschaftlichkeit. Hier gilt wiederum der Satz:je größer die Wirtschaftlichkeit, desto größer ist — unter sonst gleichenUmständen, also insbesondere bei gegebenem Umfange der Mehrproduk-tion und bei gegebener Einkommensbildung — die Ersparung. Was ohneweiteres einleuchtend ist: die Stärke des Sparentschlusses entscheidetletzten Endes über die Höhe der wirklich „ersparten“ Beträge, dasheißt — was immer festzuhalten ist — über die Häufigkeit der Ent-schlüsse: Lohnarbeiter zu unterhalten, die Zusatzgüter: herstellen,statt mehr Konsumgüter zu kaufen.
Der Grad der Wirtschaftlichkeit wiederum wird durch eine Reihevon Umständen bestimmt, von denen die wichtigsten folgende sind;
a) die objektiven Bedingungen des Wirtschaftslebens, dienamentlich die Sicherheit und Stetigkeit des Wirtschaftens verbürgenmüssen. Nur wo eine sichere Aussicht besteht, daß die ersparten Be-träge nicht verloren gehen, sondern bleiben und „Frucht tragen“, wirdsich ein Sparwille entwickeln können. Wo diese Aussicht fehlt, wirddas Einkommen aufgezehrt. Die Erfahrungen der letzten Jahre haben