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3. Das Wirtschaftsleben im Zeitalter des Hochkapitalismus ; 1 (1927) Die Grundlagen - Der Aufbau
Entstehung
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Erster Abschnitt: Das Kapital

nischen oder organisatorischen Neuerungen her, deren sie sich bedient. Esist aber auch der Fall nicht selten, daß das Monopol ohne solche Mehr-leistungen errungen wird, wie bei zahlreichen Kartellen (und Trusts).Es wird im Einzelfalle schwer festzustellen sein, ob ein materialer oderbloß formaler Grund der Überlegenheit vorliegt. Häufig werden beide Zu-sammentreffen.

So wohl beim Standard Oil Trust, dessen Erträgnisse in folgendenZiffern zum Ausdruck kommen: Von 1882 bis 1906 wurden an Dividendebezahlt 548436446 $ oder durchschnittlich im Jahre 24%. Während der10 Jahre von 1897 bis 1906 schwankte die Jahresdividende sogar zwischen30 und 48% und betrug im Durchschnitt 39,7%. Höher noch als dieDividende ist der Nettogewinn, der in der angegebenen Periode sich auf838 783 783 $ belief, also die Dividende um 290 Mill. $ übertraf; er betrugin den letzten 10 Jahren vor 1906 im Durchschnitt 61%. Rep. of theComm. of Corpor. on the Petroleum Industry 2 (1907), 39/40.

Hierher gehört auch der Bergbau, wo auf Grund dauernd verschiedenerProduktionsbedingungen auch dauernd überdurchschnittliche Profite undsomit Differentialrenten im eigentlichen Sinne häufig sind. Für die Ver-mögensbildung kommt also der Bergbau in hervorragendem Maße in Be-tracht. Ein besonders lehrreiches Beispiel liefert der amerikanische Kupfer-bergbau. Nach einem Prospekt der Arizona Morenci Copper Company vom20. April 1910 (mitgeteilt bei Gerhard Hildebrand, a. a. O. Seite 95)waren die Ertragsverhältnisse der großen Bergwerke folgende:

Mine

Gesamtdividendebis 1908

Prozent desKapitals

Durchschnitts-dividende im Jahr

Anzahlder Jahre

1

59875000 $

1510

126

12

2

108350000

4334

114

38

3

10300000

575

103

5

4

7782000

519

65

8

5

25605680

854

50

17

6

25136750

683

49

14

7

5100000

340

31

11

8

7400000

124

31

4

9

9420000

627

30

21

10

18450000

738

16

47

11

30750000

103

12

9

12

7612650

319

10

31

315782080 $ |

Zu C. Einen Sonderfall bildet die Goldproduktion. Sie zeichnetsich bekanntermaßen dadurch vor allen übrigen Produktionszweigen aus,daß ihr Produkt nicht Angebot, sondern Nachfrage schafft und nichtdurch Verkauf, sondern durch Ausmünzung verwertet wird. Sie nimmt abervor allem dadurch eine Sonderstellung ein, daß der Ertrag völlig vom Zu-fall des Goldvorkommens abhängt und daher völlig unbestimmt ist. Die