172
Erster Abschnitt: Das Kapital
Zuvor will ich in diesem Kapitel nur kurz einen Blick auf die Mög-lichkeiten werfen, die tatsächlich vollzogene Kapitalbildung in ihremUmfange ziffernmäßig zu erfassen.
III. Das Anwachsen des Kapitals
Wir haben drei Möglichkeiten, die tatsächlich erfolgte Anhäufungdes Kapitals ziffernmäßig zu erfassen.
1. Die genauesten Ergebnisse liefern uns die Ziffern, in denen dieEntwicklung eines bestimmten Wirtschaftsgebietes, einer bestimmtenwirtschaftlichen Erscheinung zum Ausdruck gebracht wird. Also Ziffernüber die Ausdehnung der Produktion, des Warenumsatzes, des Güter-verkehrs; oder Ziffern über die Emission von Effekten, die Höhe derDepositen oder des Clearingverkehrs. Und wir werden am rechten Ortvon diesen Ziffern ausgiebigen Gebrauch machen. Hier jedoch nützensie uns wenig. Denn sie geben kein Gesamtbild. Was wir brauchen,ist eine Ziffer, die die Wertsteigerung des gesellschaftlichen Güter-vorrats zum Ausdruck bringt, in der alle Einzelziffern auf einenGeneralnenner gebracht sind.
2. Die übliche Methode, um zu dieser einen Ziffer zu gelangen,besteht in der Ermittlung dessen, was man das Volksvermögenoder Volkseinkommen genannt hat. Die Mängel dieses Verfahrenssind bekannt: weil man alle Werte in Geld ausdrückt, berücksichtigtman die Veränderungen des Geldwertes nicht; man kann Doppel-zählungen schwer vermeiden; man arbeitet mit ganz schiefen Begriffen,wie z. B. dem „automatischen Wertzuwachs“ des Grund und Bodens,der natürlich nie und nimmer einen Zuwachs des gesellschaftlichenKapitals bedeutet u. a. m. Dennoch werden wir die Ergebnisse, zudenen man auf diesem Wege gelangt, nicht unbeachtet lassen dürfen.Sie geben uns immerhin Annäherungswerte, mit denen wir uns be-gnügen müssen, und gewinnen dadurch an Geltungswert, daß sie mitZiffern, die auf anderem Wege gewonnen sind, wie wir sehen werden,ziemlich übereinstimmen.
Ich wähle die Ziffern, die sich auf England und Deutschland be-ziehen, weil sie mir die zuverlässigsten zu sein scheinen. Die eng-lischen Ziffern sind zudem besonders wertvoll, weil sie am weitestenin die Vergangenheit zurückreichen. Die Quellen sind jetzt zu-sammengestellt und gewürdigt bei W o y t i n s k i a. a. 0.