Vierzehntes Kapitel: Der Kredit und seine Entwicklung 187
3. Das Prinzip der bargeldlosen Zählung
Unter bargeldloser Zahlung im engeren Sinne verstehen wir Zahlungohne substantielle Zahlungsmittel durch bloße Buchung.
Da Buchung soviel wie Eintragung der zu zahlenden Summe aufSoll- oder Habenseite eines zu diesem Behufe geführten Kontos (bzw.Umschreibung von einem Konto auf ein anderes) bedeutet, so ist dieVoraussetzung der bargeldlosen Zahlung immer mindestens ein „Konto“,bei Umschreibungen zwei, deren Führung an beliebigen Stellen er-folgen kann: Bank, Post, Genossenschaft. Auch die Abrechnungzwischen verschiedenen Kontenführern, die notwendig wird, wenn dieUmschreibung nicht innerhalb des Bereiches eines und desselben Konto-führers erfolgt, das Clearing (Klirieren), für das zuweilen besondereEinrichtungen geschaffen werden in den Abrechnungshäusern (Clearing-houses), fällt unter den Begriff der bargeldlosen Zahlung. Dagegen istZahlung mittels Schecks, das heißt einer Anweisung auf ein Guthaben,nur so lange bargeldlose Zahlung, als der Scheck nicht eingelöst wird.
Die Bedeutung des bargeldlosen Verkehrs für die Kreditwirtschaftist ebenso groß wie einleuchtend. Dadurch, daß er Kreditgewährungohne Bargeld möglich macht, diese also von der Geldschranke ent-waltet oder doch die Grenzen, wo der Kreditverkehr auf diese Schrankenstößt, weiter hinausgeschoben hat, hat er zu dessen Ausdehnung, vorallem zur Ausdehnung des Anweisungskredits, unermeßlich viel bei-getragen. Bildlich gesprochen: die Schnur, an der der Kreditballonhängt, ist sehr erheblich verlängert worden.
Nun sind aber in unserer Zeit die größten Wirkungen erzielt wordendurch eine Vereinigung mehrerer der genannten drei Grund-sätze, worin die heutige Kreditwirtschaft erst ihre Vollendung findet.
Die Vereinigung des Bankprinzips mit dem Effekten-prinzip erfolgt in der Weise, daß die Banken sich das Effektenprinzipvielfältig zunutze machen. Und zwar wie folgt:
1. Die Banken bauen selber auf dem Effektenprinzip, sofern sie alsAktienbanken ins Leben treten.
Die Folge ist eine Ausweitung ihres Wirkungskreises.
2. Die Banken bedienen sich des Effektenprinzips zur besserenDurchführung ihrer Geschäfte durch Girierung der Wechsel, Aus-stellung von Akzeptwechseln usw.
Die Bedeutung dieser Geschäftsformen liegt darin, daß die Ge-schäftsführung der Bank liquider wird. Gut ausgeführt bei Hahn,Bankkredit, 94 f,'