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3. Das Wirtschaftsleben im Zeitalter des Hochkapitalismus ; 1 (1927) Die Grundlagen - Der Aufbau
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Sechzehntes Kapitel

Grundsätzliches

I. Wir wollten unter Sachkapital alle Sachgüter verstehen, in denensich das Kapital jeweils niederschlägt, in die es sicheinkleidet. Dassind also alle Produktionsmittel und Produkte kapitalistischer Unter-nehmungen, bis sie zum Verzehr gelangen. Der Umfang und die Größedes Sachkapitals hängen ab von dem Umfang und der Größe der gesell-schaftlichen Produktion, wie diese von dem Umfang und der Größedes Sachkapitals. Das Sachkapital ist Ursache und Wirkung in einem:Produktionsbedingung und Produkt.

II. Zusammensetzung des Sachkapitals:

1. nach dem Festigkeitszustande:

a) Produktionsmittel aus früheren Produktionsperioden:Anlagen,Arbeitsmittel, Vorräte;

b) werdende Güter: Rohstoffe, Hilfsstoffe, Halbfabrikate;

c) fertige Güter, solange sie aus dem Kapitalnexus noch nicht ent-lassen sind.

p Ich halte es für unzweckmäßig, nurumlaufendes Kapital alsKapital anzusehen, wie es namentlich in der älteren, englischen National-ökonomie üblich war. Für die Produktions Wirkung sind dieAnlagenebenso bedeutsam wie das umlaufende Kapital;

2. nach dem Verwendungszweck:

a) der Subsistenz(Unterhalts-)mittelfonds der Lohnarbeiter, Ein-kommensgüter der Lohnarbeiter,Lohnfonds.

Von den Klassikern oft als einziger Bestandteil des Sachkapitalsbetrachtet, während zu diesem zweifellos ebenfalls gehört:

b) der Subsistenzmittelfonds der Kapitalisten-Klasse. Sowohl,weil er ebenso unentbehrlich für die Aufrechterhaltung der kapita-listischen Wirtschaft ist, als auch, weil er zum allergrößten Teile je-weils die Kapitalform annimmt: das Realkapital jedes Nachproduzentenenthält den realisierten Mehrwert des Vorproduzenten;

c) die Arbeitsmittel, die zur Erzeugung von a und b dienen.

Selbstverständlich erscheinen diese drei Arten des Sachkapitals in

allen drei Festigkeitsstadien;