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Erster Abschnitt: Das Kapital
(Steigerung der Arbeitsproduktivität ist aus den mehrmals geltendgemachten Gründen aus diesen Ziffern nicht abzulesen.)
Ersparung von Stoff ist in allen denjenigen Fällen mit Sicherheitnachgewiesen, in denen früher ungenutzte Abfälle oder Altmaterial nochVerwendung finden oder die Ausbeute (Rendement) steigt. Also wenn inDeutschland für die phosphorhaltige Schlacke des Thomasverfahrens, dieehdem verloren ging, ein Nutzwert von 40 Mill. Mk. erzielt wird. Bei Kraft,Güterherstellung, 31; woselbst noch weitere Beispiele fortgeschrittenerÖkonomität angeführt sind.
Oder: wenn in wachsendem Umfange Schrott als Rohstoff genutztwird. So waren von der in den Schweiß- und Flußeisenwerken und Gieße-reien im Jahre 1908 verarbeiteten Gesamteisenmenge von 15,3 Mill. t26,7% Schrott. A. Geliert, Eisen- und Alteisen (1912), 12. Etwas ab-weichende Ziffern bei Th. Sehmer, Die Eisenerzversorgung Europas .Probleme der Weltwirtschaft 2 [1911], 344ff. Danach betrug der gesamteAlt- und Neuschrottverbrauch:
1900 . . . 2,20 Mill. Tonnen,
1905 . . . 3,25 „
1908 . . . 3,40 „
Nach den Berechnungen von A. Tille betrug der Schrottverbrauch intausend Tonnen:
1885 ... 725
1895 . . . 1793
1905 . . . 3669.
Seit dem Jahre 1908 liegen genaue Produktionserhebungen des Reichsamtsfür Statistik vor. Danach betrug der Verbrauch von Schrott in tausendTonnen:
1908 . . . 4223,7
1910 . . . 4923,1
1913 , . . 6785,7.
Siehe den Artikel „Eisen und Stahl“ im HSt. 3 4 , 559. Verf. v.Juraschek-Voelcker.
Oder: wenn bei einem Hochofen von 10001 täglicher Roheisenerzeugungtäglich 675 t Steinkohle erspart werden durch Nutzbarmachung der Gicht-gase. G. Schulz in „Stahl und Eisen“, 3. Februar 1921.
Oder: wenn das Ausbeuteverhältnis der Zuckerrüben von 6 auf 18%,das der mehlhaltigen Stoffe für die Alkoholgewinnung von 58 auf 85%gestiegen ist.
(Obwohl, samtwirtschaftlich betrachtet, die Steigerung des Ausbeute-verhältnisses keinen reinen Gewinn darstellt, da wahrscheinlich an anderenStoffen mehr verbraucht worden ist, um das höhere Rendement zu er-zielen.)
Steigerung der Produktivität: In einer Hochofenanlage waren ehe-dem 228 Mann mit einem Lohnaufwand von 0,91 Mk. auf die Tonne Roh-eisen beschäftigt; nach Einbau von Schrägaufzügen 82 Mann, so daß derLohnaufwand auf 0,28 Mk. auf die Tonne sank. Bis hierher wertlos. DieAngabe bekommt ihren Wert durch folgende weitere Feststellung: Die