Siebzehntes Kapitel: Die Eutfaltung der Produktion
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Anlagekosten haben sich von 1,24 auf 1,75 Mill. Mk. vergrößert, der Mehr-aufwand beträgt auf die Tonne 0,35—0,25 = 0,10 Mk. Insgesamt habensich die Betriebskosten von 1,29 auf 0,82 Mk. verringert, „wobei die Er-sparnis durch Ausschaltung der Handlanger erzielt wurde“ Kämmerer,a. a. O., Seite 416.
Sehr gründliche Berechnungen sind angestellt worden über die Kosten-ersparnis, die durch die Setzmaschine bewirkt worden ist. Vgl. dieSchriften von J. Rauert, Ausbau und Leistungen der Tarifgemeinschaft derdeutschen Buchdrucker, 1910; F. Ch. Beyer, Die volkswirtschaftliche undsozialpolitische Bedeutung der Einführung der Setzmaschine im Buch-druckgewerbe, 1910; A. Heller, Das Buchdruckgewerbe, die wirtschaftlicheBedeutung seiner technischen Entwicklung, 1911, und die zusammen-fassende kritische Darstellung von Carl Bertenburg, Die Preisgestaltungim Druckereigewerbe, in den Sehr. d.V. f. S.-P., Band 142, II. Die Ansichtender verschiedenen Autoren weichen stark voneinander ab. WährendHeller überhaupt keine Verbilligung annimmt, womit er sich der Auf-fassung des deutschen Buchdruckpreistarifs von 1907 anschließt, kommendie anderen zu dem Ergebnis, daß die Setzmaschine doch eine Kosten-ersparnis bewirkt habe, die zwischen 20 und 40% schwanke. Voraussetzungdabei ist eine volle Ausnutzung der neuen Maschine in fortgesetztemBetriebe.
Auch Preisangaben können unter ganz bestimmten V oraussetzungenals Beweismaterial Verwendung finden. So lassen z. B. die Ziffern, dieTh. Ellison in seinem Buch über den Cotton Trade of Great Britain (1886)mitteilt, einen ziemlich sicheren Schluß auf die Steigerung der Produktivitätin der Spinnerei, namentlich infolge der Einführung des mechanischenSpinnstuhls, zu. Ellison stellt zusammen: 1. den Verkaufspreis für1 Pfund Garn (Nr. 40), 2. den Baumwollpreis, und berechnet danach 3. denauf die Verarbeitung entfallenden Betrag des Preises.
Die Ziffern sind folgende:
1779
1784
1799
1812
1830
1882
s d
s d
s d
s d
s d
s d
Garnpreis.
16,0
10,11
7,6
2.6
w 2
0,10%
Baumwollpreis . .
2,0
2,0
3,4
1,6
0,7%
0,7%
Aufschlag durch dieVerarbeitung . .
14,0
8,11
4,2
1,0
0,6%
0,3%.
Der Baumwollpreis fällt also in dem Zeitraum von 1779—1882 von2 auf %, der Garnpreis von 16 auf 5 / 6 . Demgemäß der Aufschlag von 14auf %—%• Diese Verringerung darf zu einem guten Teil der gestiegenenProduktivität zugeschrieben werden. Zu beachten: Der Aufschlag sinkt:in den 33 Jahren von 1779—1812 von 100 auf 7„ „ 70 „ „ 1812—1882 „ 100 „ 28.
Nun müssen wir aber der Tatsache stets eingedenk bleiben, daßes sich in solchen wie den hier verzeichneten Fällen um Einzelfälle han-delt: vielleicht nur um Teilprozesse in einer Industrie, im günstigsten