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3. Das Wirtschaftsleben im Zeitalter des Hochkapitalismus ; 1 (1927) Die Grundlagen - Der Aufbau
Entstehung
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Erster Abschnitt: Das Kapital

Seit Mitte des Jahrhunderts dagegen wird die Schafhaltung stark ver-mindert: Rindvieh und Schweine treten mehr und mehr an ihre Stelle.Die Rassen sämtlicher Viehsorten haben sich veredelt; die Stallfütterung begünstigt durch die Abfallproduktion der Zucker- und Spiritus-industrie sowie die künstlichen Futtermittel ist allgemeiner geworden;die Ausbeute vom einzelnen Stück an Fleisch, Milch usw. ist beträchtlichgestiegen. Die Viehstandsbewegung kommt durch folgende Ziffern zumAusdruck. Es wurden gezählt:

Pferde

Rindvieh

Schafe

Schweine

Anfang der 1860er

Jahre 3193700

14999200

28016800

6462600

1873

3352231

15776702

24999406

7124088

1883

3522545

15786764

19189715

9206195

1892

3836256

17555694

13589612

12174288

1900

4184099

19001106

9672143

16758436

1912

4523059

20182021

5803445

21923707

Nach dem Stat. Jahrb.

Die für die Viehhaltung benutzte Landfläche bleibt sich von 1893bis 1913 gleich: 20,820,4 Mill. ha.

Der Ertrag steigt von:

1893: 238702000 Doppelzentner auf1913: 554703000

A. Schulte im Hofe, a. a. O., Seite 60/61.

Es wurde Fleisch in Schlachtungen gewonnen:

1893: 20256000 dz1913: 31503700

(Zuwachs nur durch Schweinefleisch.)

Federvieh wurde geschlachtet:

1893: 1886500 dz1913: 2443500

Milch wurde gewonnen:

1893: 17423 Mill. Liter1913: 21303

Eier:

1893: 3646 Mill. Stück1913: 5952

Butter und Käse unwesentlich vermehrt.

Nach A. Schulte im Hofe, a. a. O., Seite 33ff.

Nun darf aber freilich nicht verschwiegen werden, daß dieser be-trächtliche Ausbau der europäischen Wirtschaft in der eben geschildertenRichtung nicht wohl denkbar gewesen wäre, ohne daß gleichzeitigAnbau und Abbau in dem von mir angegebenen Sinne eingetreten wären.Denn um jene Steigerung der Bodenproduktivität und jene Hebungder Viehwirtschaft zu bewirken, bedurfte es erstens der Einfuhr vonunentbehrlichen agrarischen Hilfsstoffen, den künstlichen Futter-mitteln aus den neubesiedelten Gebieten; zweitens der Verwendung von