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3. Das Wirtschaftsleben im Zeitalter des Hochkapitalismus ; 1 (1927) Die Grundlagen - Der Aufbau
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Siebzehntes Kapitel: Die Entfaltung der Produktion

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Vorher entweder umsonst öder für 2%$ per acre erworben worden waren,wurden im Jahre 1883 für 2550$ per acre verkauft; außerhalb desWalla-Walla-Distriktes wurden im nördlichen Teile des fruchtbaren Prärie-gürtels durchschnittlich 45 $ per acre verlangt a. a. 0. S. 268f., 293f.Und für die Gegenden westlich vom Mississippi allgemein: die Grund-stücke kosten überhaupt nichts oder nicht mehr als 1%2% $ per acre= 12,94 bzw. 25,88 Mk. pro Hektar, je nachdem die betreffenden Grund-stücke außerhalb oder zwischen reservierten Eisenbahnländereien gelegensind. Die Eisenbahnkompagnien verkaufen in derselben Gegend ihr Landregelmäßig für 5 $ per acre = 51,77 Mk. pro Hektar. Der Durchschnitts-preis für private Grundstücke beträgt 50120 Mk. pro Hektar. A. a. 0.S. 182.

Zum Vergleich: In Mecklenburg-Schwerin betrug der durchschnittlicheLandpreis bei Allodialgütern 18751879 882 Mk. pro Hektar. Für denpreußischen Staat ergaben die Domänenveräußerungen in den beidenJahren 18791881 einen Durchschnittsertrag von 1497,63 Mk. pro Hektar.In der Provinz Sachsen wurden um jene Zeit bei Privatverkäufen 3000 bis3600 Mk. pro Hektar einschließlich des lebenden und toten Inventarsgezahlt, was einem Preise von 24002800 Mk. für den Hektar bloßen Landesentsprechen dürfte. In den kleinbäuerlichen Gegenden des Rheinlandeskostete der Hektar Land damals zwischen 4000 und 8000 Mk. Ebenda.

Ähnliche Verhältnisse wie in Nordamerika bestanden in allen neu-besiedelten Ländern. Aber auch in den Ländern alter Kultur, die seit derMitte des 19. Jahrhunderts mit ihrem Boden in die Verfügungsgewalt deswesteuropäischen Kapitalismus gerieten, waren die Bodenpreise ver-glichen mit den westeuropäischen niedrig. Die Folge dieser niedrigenBodenpreise war aber die, daß überall die Wirtschaft extensiv blieb.

Sering stellt a. a. O. S. 472 die Ernteerträge in den wichtigsten Getreideerzeugenden Ländern zusammen. Danach war zu seiner Zeit der durch-schnittliche Weizenertrag (Hektoliter vom Hektar):

Großbritannien .. 26,9

Belgien.24,3

Holland .. . 21,6

Norwegen . ... 20,3

Deutschland .. . 17,0

Dänemark . ..17,0

Finnland.15,5

Frankreich .14,9

Rumänien .. 12,0

Portugal.11,5

Ungarn . ..11,0

Vereinigte Staaten.10,7.

Seitdem ist die Intensität der Landwirtschaft in den westeuropäischenLändern fast durchgängig beträchtlich gestiegen; dagegen sind dieKorn-kammern Westeuropas bis zum Kriege auf einer sehr extensiven Stnfe

Sombart , Hochkapitalismus. 17