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Erster Abschnitt: Das Kapital
der Landwirtschaft stehen geblieben. Die Ziffern für die letzten Jahre vordem Kriege (1911—1913) sind folgende:
Der Weizenertrag betrug vom Hektar (1 hl == 76 kg):
Niederlande.24,6 „
Deutschland.23,6 ,,
Schweiz.22,0 ,,
England.21,0 ,,
Schweden.20,9 ,,.
Dagegen:
Vereinigte Staaten von Amerika 10,2 (imDurchschnitt!)
Europäisches Rußland.9,1 (schon
als Wirkung der Stolypinsclien Reform,bis kurz vorher 5—-6)
Britisch-Indien.8,2
Argentinien.7,8
Australien.7—8.
Stat. Jahrb.
Für die Viehzucht, namentlich die Schafhaltung, liegt die Extensitätauf der Hand.
„Ungeheure in extensiver Viehwirtschaft betriebene Besitzungen,deutschen Königreichen gleich, finden sich in allen australischen Ländern.Wo Tausende sich mit arbeitslustigen Händen in Ackerbau und intensiverViehzucht mühen, Herde schaffen, Familien gründen und eine Nationaufbauen könnten, treiben einige reitende Hirten das Vieh im Dienstefremder Herren, die in England sitzen oder allerwärts zerstreut die Aktien-kupons schneiden.“ Rob. Schachner, Australasien in Politik, Wirt-schaft, Kultur. 1909. S. 248.
Die Durchschnittszahl der Schafherden in Queensland betrug 19076091 Stück. In Neusüdwales umfaßten (1905) die Herden von
1—1000 .
. . . 4066162
1001—2000
. . . 3787648
2001—5000 .
. . . 5746793
5001—10000
. . . 4580497
10001—20000
. . . 6522915
20001—50000
. . .10001922
50001—100000
. . . 3779240.
In Argentinien herrschen ähnliche Verhältnisse. Das Klima läßt währenddes ganzen Jahres die Weidung der Tiere auf freiem Felde zu. Dieses istdie natürliche Grasnarbe, die erst in den letzten zwanzig Jahren vor demKriege durch Ansaat von Alfalfa und anderen Futterpflanzen hier und daverbessert wird. E. Pfannenschmidt, Die landwirtschaftlichen Produk-tionsverhältnisse Argentiniens in den Sehr. d. V. f. S.-P., Bd. 141, I. S. 64ff.
Neben den produktionstechnischen Gründen kommen in den meistenperipheren I ändern als preisverbilligende Umstände ferner in Betracht: