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3. Das Wirtschaftsleben im Zeitalter des Hochkapitalismus ; 1 (1927) Die Grundlagen - Der Aufbau
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Siebzehntes Kapitel: Die Entfaltung der Produktion

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rufsstatistik. Wir können diejenigen Berufsgruppen herausheben,deren Produktionsmittel ausschließlich der anorganische^, das heißthier immer: der leblosen, Welt angehören, und können ihre Besetzungmit der Gesamtzahl der Industriearbeiter vergleichen, auch die pro-gressive "Vermehrung der in der anorganischen Industrie erwerbstätigenPersonen im Ablauf der Zeiten feststellen. Als rein oder fast reinanorganische Berufsgruppen kann man folgende ansprechen:

Bergbau und Hüttenbetrieb,

Industrie der Steine und Erden,Metallverarbeitung,

Maschinenindustrie (zu etwa neun Zehntel),chemische Industrie.

Die Arbeiterzahl in diesen fünf Gruppen im Vergleich mit derGesamtzahl der in Industrie und Bergbau Beschäftigten war in denJahren der deutschen Berufszählungen in Deutschland folgende:Gesamtzahl der Er- Erwerbstätige in den Anteil derwerbstätigen in In- anorganischen anorganischen

dustrie und Bergbau Industrien Industrien

1882 . . . 6396465 1644462 25,7%

1895 . . . 8281220 2419268 29,2%

1907 . . . 11256254 3929721 34,9%

Nach Übersicht 9 in Band 211 der Statistik des Deutschen Reiches.

Man ermesse, was das heißt: mehr als ein Drittel unserer gesamtengewerblichen Produktion hat ihre Heimat unter der Erde! Womit nunaber der Anteil der anorganischen Stoffe an der gesamten Güterweltnoch keineswegs völlig angegeben ist. Denn wir müssen berücksichtigen,daß ein sehr wesentlicher Teil der Produktionsmittel aller Gewerbeanorganischen Ursprungs ist: alle Maschinen und Apparate und vieleWerkstoffe: Eisenkonstruktion, Mauerwerk in den Bauten usw. Wirmüssen ferner in Betracht ziehen, daß der Anteil der anorganischenProduktion an der Großindustrie viel beträchtlicher ist als der An-teil an der gesamten gewerblichen Produktion, da gerade dieorgani-schen Gewerbegruppen (Industrie der Holz- und Schnitzstoffe, In-dustrie der Nahrungs- und Genußmittel, Bekleidungsgewerbe) das Be-tätigungsfeld der kleineren Betriebe sind. Zählen wir dagegen nur dieder Gewerbeaufsicht (in Deutschland ) unterworfenen Betriebe, das sinddiejenigen mit mehr als zehn Arbeitern, so ändert sich das Bild gewaltig:der Anteil der anorganischen Industrie (die obigen GewerbegruppenIII, IV, V, VI, VII) steigt auf über die Hälfte. Nach den Berichten der Ge-