Druckschrift 
3. Das Wirtschaftsleben im Zeitalter des Hochkapitalismus ; 1 (1927) Die Grundlagen - Der Aufbau
Entstehung
Seite
269
Einzelbild herunterladen
 

Siebzehntes Kapitel: Die Entfaltung der Produktion

269

. Ebenso wie der künstliche Indigo den Anbau des Pflanzenindigos -ver-nichtet, zerstört die rote Alizarinfarbe die Krappkultur. Eine lehrreicheZusammenstellung zeigt die Zunahme der Teerfarbenerzeugung, das Sinkendes Preises für Alizarinfarben und damit gleichen Schrittes die Verringerungder Krappgewinnung. ;

.: Fabrikation von

Preis für.

i. ^Französische

Preis für

Jahr

Alizarin (20%ige

ikg t

Krappernte

100 kg

Paste) in Tonnen

in Franken

in Tonnen

in Franken

1870

20

34

15900

' 76

1871

100

32

15850

80

1872

250

34

25000

73

1873

500

12

23150

55

1874

625

11

22000

49

1875

630

9.

21000

39

1876

2000

6

14750

27

1877

4000

4

7000

23

1878

4500

3

2500

15

1892

12500

2

G. F

Jaubei't, La garance et lindigo, 55.

Zitiert bei A. Binz , a. a. O.,

2. Aufl., S. 107.

Zu beachten ist der viel höhere Nutzeffekt des künstlichen Stoffes:der Färbewert von 18 t Krappwurzel ist derselbe wie der von 11 20%igerAlizarinpaste.

Ein dritter Weg endlich zur sinnhaften Erfassung des uns hier be-schäftigenden .Tatbestandes ist der über die Konsumstatistik.

Wir wissen, daß Kohle und Eisen in erster Linie dazu bestimmtsind, als Heiz-, Hilfs- und Werkstoff das Holz zu ersetzen. Wie hat sichnun der Holzverbrauch im letzten Jahrhundert entwickelt?

Man verbrauchte in England (vgl. HSt 4 3 , S. 426):

Anfang des 19. Jahr-hunderts . 0,224 cbm auf den Kopf der Bevölkerung,

Mitte des 19. Jahr-hunderts . . ... 0,168 ,, ,,

in der Gegenwart. . 0,336 ,,

in Deutschland, einem noch etwasorganischeren Lande, 0,532 cbmauf den Kopf. Wahrscheinlich hat sich der Verbrauch auf den Kopfnicht wesentlich vergrößert; man verbraucht also in einem Lande wieDeutschland heute 23 mal so viel Holz wie vor 100 Jahren. Heutemachen die Forsten 17,8% der Gesamtfläche in Deutschland aus; dasAckerland 56,7%, die Wiesen 15,8%. Den heutigen Holzertrag derForsten zugrunde gelegt, würde also eine Verdoppelung der Holz-erzeugung schon ein Viertel des Acker- und Wiesenlandes beanspruchen.