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Zwanzigstes Kapitel
Die ökonomistische Theorie
Für die Malthusianer, sahen wir, gibt es kein Problem: wie dienötige Menge Lohnarbeiter zu beschaffen sei. Sie ist immer da. Dennwenn die Bevölkerung die „Tendenz“ hat, den Nahrungsspielraumimmer zum mindesten auszufüllen — wie ein unerschöpflicher Stromin das Bett sich zu ergießen, das ihm die Möglichkeit, sich zu ernähren,bereitet —, dann wächst sie also auch immer mindestens im Verhältniszur Höhe des Lohnfonds an (wahrscheinlich darüber hinaus). AlleMalthusianer sind also ausgesprochene Optimisten gegenüber dem Be-völkerungsproblem des Kapitalismus .
Malthusianer und somit Optimisten in dem bezeichneten Sinnewaren die „Klassiker“ bis einschließlich J. St. Mill. (Und natürlichauch alle Nachbeter des Malthus in der späteren Zeit, die „historischen“Nationalökonomen und was sonst noch.)
Der Satz von Adam Smith : „the liberal reward of labour . . isthe cause (!) of increasing population“ (B. I. ch. 8) blieb maßgebendfür alle Ökonomisten.
„Hätte ich Nahrungs- und andere Bedürfnismittel zur Verfügung,so würde es mir nicht lange an Arbeitern fehlen, die mich in Besitzmancher von denjenigen Gegenständen setzen, welche mir am brauch-barsten und erwünschtesten sind,“ ruft der von der MalthusschenIdee geblendete Bicardo (XXL Hauptstück) aus in einer Zeit, inder die englischen Baumwollspinner verzweifelt die Hände rangen,weil ihnen die nötigen Arbeitskräfte fehlten.
Einen bedeutenden Fortschritt über aiese völlig lebensblinde Auf-fassung hinaus bezeichnet die Theorie Sismondis . Er hat, wie mirscheint als erster, das Problem der Bevölkerungszunahme mitdem herrschenden Wirtschaftssystem in Verbindung ge-bracht. Und nicht nur in der Weise, daß er die Gegenbewegunggegen die Bevölkerungsbewegung — die Gestaltung des Nahrungsspiel-raums — von diesem abhängig machte: das hatten, wie wir sahen, dieKlassiker auch schon getan. Sondern indem er die Bevölkerungsbewe-