Vierundzwanzigstes Kapitel: Die freie Überschußbevölkerung 355
Die Bevölkerungszunahme drückt sich dann in folgenden Ziffernaus. Die Zahl der Einwohner Europas betrug:
1800 . . .
. . 180000000
1850 . . .
1882 . . .
. . 327743000 (Willcox)
1905 . . .
1910 . . .
1914 . . .
Indexziffern sind folgende:
1800 .
100
1905 .
233
1850 .
147
1910.
237
1882 .
182
1914.
251
Und in absoluten Ziffern der Zuwachs zum Einprägen: Von allen An-fängen des europäischen Volkslebens an bis zum Jahre 1800 hatte es dieseMenschengruppe auf 180 Millionen gebracht; das eine 19. Jahrhunderttat das Anderthalbfache — 270 Millionen — hinzu. Ein Jahrhundert!
2. Aber mit dieser Ziffer ist keineswegs schon der gesamte Zuwachsdieser Menschengruppe zum Ausdruck gebracht: Europas Bevölkerungist noch längst nicht dasselbe wie die europäische Bevölkerung. Wirdürfen nicht vergessen, daß europäische Menschen gerade während desvergangenen Jahrhunderts fremde Erdteile besiedelt und sich dortweiter vermehrt haben. Diesen Zuwachs an europäischen Menschen inaußereuropäischen Ländern müssen wir zu der Bevölkerung Europas hinzunehmen, um die Vermehrung der europäischen Bevölkerungrichtig zu beziffern.
Die Berechnung des außereuropäischen Zuwachses der europäischenMenschheit ist deshalb nicht in genauen Ziffern vorzunehmen, weil jain den von den Auswanderern und ihren Nachkommen jetzt bewohntenLändern vielfach andere Menschen als Europäer wohnen. Immerhinwird man zu leidlich richtigen Annäherungswerten gelangen, wenn mandie Bevölkerung der sechs wichtigsten Siedlungsgebiete in Anschlagbringt und die Europäer in den übrigen außereuropäischen Ländernunberücksichtigt läßt. Deren Zahl wird sicher die Zahl der in den sechsHauptgebieten lebenden Nichteuropäer übersteigen, so daß die imfolgenden zusammengestellten Bevölkerungsziffern als Mindestzifferndes außereuropäischen Europäerzuwachses anzusehen sind. Die in derÜbersicht berücksichtigten Länder sind: Kanada, Vereinigte Staaten ,Südamerika (Argentinien, Uruguay), Südafrika (Gebiet der südafrika-nischen Union), Australien und Sibirien .
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