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Zweiter Abschnitt: Die Arbeitskräfte
1841—1850 . 7,63 1881—1890 . 7,45
1851-1860 . 7,70 1891-1895 . 7,51
1861-1870 . 7,87 1895-1900 . 7,73
1871-1880 . 7,93 1901-1905 . 7,64
An Lebendgeburten kamen dabei heraus:
1841-1850 . 37,9 33,7
1851-1860 . 37,9 33,4
1861-1870 . 38,6 34,1
1871-1880 . 38,9 34,3
1881-1890 . 38,1 32,8
1891-1900 . 37,0 31,4
1901-1905 . - 30,2
Will man aus diesen Ziffern überhaupt etwas anderes herauslesenals Konstanz, so kann es nur sein: ein leises Ansteigen der Zahl derEheschließungen bis in die 1860er Jahre, derjenigen der Lebendgeburtenbis in die 1870 er Jahre, danach ein unmerkliches Schwanken der Ehe-ziffern und ein merklicher Rückgang der Geburtenziffern.
Es ist hier nicht der Ort, den Gründen dieser Richtungsänderungender Bevölkerungsbewegung nachzugehen. Man müßte zu diesem Be-huf e jene allgemeinen Ziffern in die Ziffern für die einzelnen Länderauflösen und dann den Fortpflanzungsbedingungen in diesen einzelnenLändern, wahrscheinlich sogar in den einzelnen Teilen der Ländernachspüren, um zu einem gesicherten Ergebnis zu gelangen. Warumerreicht in den skandinavischen Ländern die Zahl der Lebendgeburtenbereits in den 1850 er Jahren, in Frankreich sogar schon in den 1840 erJahren, dagegen in Rußland, England, Schottland, Italien in den 1860erJahren, in den Niederlanden, Belgien, Deutschland , Österreich-Ungarn,Schweiz in den 1870 er Jahren ihren Höhepunkt, um von diesem Zeit-punkt ab zu fallen?
Ehen- und geburtensteigernde Umstände waren: die Aufhebung derLeibeigenschaft, die Aufhebung der Zunftordnung (Selbständigmachungder Gesellen!), fortschreitende Proletarisierung der Bevölkerung— schon Sismondi und Marx haben die Gründe entwickelt, die einestärkere Proliferierungstendenz bei den Lohnarbeitern auf ihrer unterstenEntwicklungsstufe erklären —. Aber offenbar sind diese die Fort-pflanzung befördernden Kräfte zusammen mit den alten in Religion,Sitte und Traditionalismus wurzelnden Heirats- und Zeugungsgewohn-