Fünfundzwanzigstes Kapitel: Die örtliche Anpassung 33^
des Deutschen Reiches der Wanderungsverlust Ostdeutschlands ohne Berlin und Brandenburg
2068743 Personen.
Diesem stand ein Wanderungsgewinn Westdeutschlands in Höhe von903298 Personen gegenüber. An diesem Wanderungsgewinn waren besondersstark beteiligt:
Rheinland. mit 355547 Personen
Westfalen. 288390 „
Königreich Sachsen . . ,, 228641 ,,
Stat. d. D. Reiches, Bd. 211, S. 29.
Noch deutlicher wird der Gegensatz zwischen den agrarischen und denindustriellen Gebieten, wenn wir alle agrarischen Gebiete Deutschlands den industriellen gegenüberstellen, wie es in folgender Zusammenstellunggeschieht, die die Bevölkerungsbewegung durch Wanderung für die ein-zelnen Gebietsteile Deutschlands während des Jahrfünft 1885—1890 zumAusdruck bringt. Es ist daraus ersichtlich, daß der Exodus in Gruppe Imit vorherrschendem Großgrundbesitz allerdings am stärksten, daß eraber vorhanden ist auch in Gruppe II und III, den Agrarbezirken mitvorwiegendem Mittel- und Kleinbesitz:
Gruppe
Überschuß
Zunahme
absolut V '
d. Geburten-überschuß
I.
851770
212666
- 639104
- 75,04%
II.
u. Mitteldeutschland
611578
531089
- 80499
- 13,15%
III.
Süddeutsche Staaten
500787
347520
- 153267
-30,61%
IV.
Industriezentren . .
937688
1480191
+ 542503
+ 57,86%
Schriften d. VfSP., Bd. 56. Vgl. dazu die gründlichen Untersuchungenvon M. Schumann, Die inneren Wanderungen in Deutschland in v. May rsAllg. Statist. Archiv 1 (1890), 503ff.
3. Der andere bedeutsame Vorgang, der sich während der hochkapi-talistischen Periode in den Ländern mit kapitalistischer Kultur vollzieht,ist die Urbanisierung der Bevölkerung, die Zusammenballung(Agglomeration) in Städten überhaupt und in Großstädten insbesondere.
Die gesamteuropäische Entwicklung, die also einen Durchschnitt aussehr verschiedenen Anteilziffern in den verschiedenen Ländern darstellt,kommt in folgenden Zahlen zum Ausdruck:
Der Anteil an der Gesamtbevölkerung in ganz Europa betrug:
Anfang
1860 des 20. Jahrhunderts
der Städte überhaupt.25,7% 35,7%
der Städte über 50000 Einwohner . . 7,8% 16,5%
Deutlicher wird die starke Agglomerationstendenz, wenn wir West-europa für sich allein betrachten. Hier betrug der Anteil:
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