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Zweiter Abschnitt: Die Arbeitskräfte
maize to feed the workmen ... So white labour migbt be rauch cheapenedJames Bryce, Impressions of South Africa. 3. ed. 1900. pag. 303.
Daß die Fremdvölker auch in den europäischen Ländern in zahlreichenFällen zu billigeren Sätzen und für den Unternehmer günstigeren Arbeits-bedingungen arbeiteten, ist durch zahlreiche Belege erwiesen. Von denItalienern heißt es z. B. bei Britschgi-Schimmer, 113: „Was . . . dieneuere Zeit betrifft, so wird von Arbeitgeberseite wiederholt zugegeben,daß sie sich durch höhere Lohnansprüche seitens der deutschen Arbeiterveranlaßt gesehen haben, Italiener einzustellen.“ Und Graf S. Jacinimeint: „Theoretisch sollten sie (die eingewanderten Italiener) den gleichenTariflohn wie die deutschen Handlanger erhalten, praktisch dagegen er-halten sie 10 Pfennige weniger pro Stunde, weil sie nicht organisiertsind.“ A. a. 0. Seite 131.
c) Die billigen Arbeitskräfte im eigenen Lande
„Innere Hilfskräfte“ stellten sich dem Kapitalismus zur Verfügungin Gestalt a) der Kinder, ß) der Frauen und y) der Landlinge. Es sinddie wichtigsten Gruppen aus dem Heer der Zuschußbevölkerung: siehedas 23. Kapitel.
a. Die Kinder
Obwohl, wie ich nachgewiesen habe (siehe Band II Seite 836 ff.),die Kinderarbeit während der frühkapitalistischen Epoche ziemlich ver-breitet war, also mit dem „Aufkommen der Maschine“ grundsätzlichnichts zu schaffen hat, ist es doch eine richtige Vorstellung, daß erstim Zeitalter des Hochkapitalismus die Zeit der Kinderarbeit erfüllt ist.Die maschinelle Entwicklung namentlich in der Textilindustrie, woder Hauptsitz der Kinderarbeit in ihrer Blüte war, mag dazu bei-getragen haben, die Kinderarbeit zu vermehren. Die Wandlungen imBereiche der Bevölkerung, die uns bekannt sind, werden eine weitereUrsache dieser Ausdehnung gewesen sein, die aber vor allem doch alseine Wirkung der raschen Erstarkung des Kapitalismus angesehenwerden muß. Dieser griff mit vollen Händen in die Kindermassen, die inden schnell sich entwickelnden Industriestädten sich aufhäuften, hinein,weil er hier Arbeitskräfte überhaupt, aber vor allem billigste Arbeits-kräfte, fand. Er konnte aber seine Bedürfnisse nach Herzenslust be-friedigen, solange noch keinerlei Beschränkung in der Verwendungunreifer Arbeitskräfte seitens des Staates ausgeübt wurde.
So sehen ■wir denn bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts und zumTeil darüber hinaus die Zahl der in der Industrie beschäftigten Kinderrasch anwachsen, vornehmlich, wie ich schon sagte, auf dem Gebieteder Textilindustrie.