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Zweiter Abschnitt: Die Arbeitskräfte
in den Himmel wachsen: die Arbeitslöhne nicht über ein geziemendesMaß hinaus steigen.
Man kann über die Entstehungsursachen dieser industriellen Re-servearmee, von denen gleich die Rede sein wird, verschiedener Meinungsein: ihr Dasein wegleugnen zu wollen, wäre töricht. Denn die Statistikverbürgt es.
Ein paar allgemeine Ziffern aus der Statistik der Arbeitslosigkeit mögenhier Platz finden:
Nach den Angaben des englischen Handelsministeriums betrug die
monatliche Arbeitslosigkeit im ganzen Lande:
1901 .3,0% 1907 . 3,7%
1902 . 4,0 „ 1908 7,8 „
1903 . 4,7 „ 1909 7,7 „
1904 . 6,0 „ 1910.4,7 „
1905 . 5,0 „ 1911. 3,0 „
1906 . 3,6 „
Nach den Mitteilungen des Reichsarbeitsblattes waren in Deutschland von allen Beschäftigten im Dezember arbeitslos:
1903 . 2,6% 1908 . 4,4%
1904 . 2,4 „ 1909 2,6 „
1905 . 1,8 „ 1910.2,1 „
1906 . 1,6 „ 1911.2,4 „
1907 . 2,7 „ 1912. 2,8 „
Nach der Zusammenstellung des Stat. Jahrbuchs gab es im Durchschnittdes Jahres 1913 Arbeitslose in:
Unter „Arbeitslosen“ im Sinne der Statistik sind immer nur diejenigenPersonen verstanden, die arbeiten wollen und arbeiten können und dochkeine Arbeit haben, also ausgeschlossen sind einerseits die Streikenden (undAusgesperrten), andererseits die durch Krankheit u. dgl. Arbeitsunfähigen.
3. Fragen wir nach den Ursachen dieser seltsamen Erscheinung,der Arbeitslosigkeit, so kommen wir leicht in die Gefahr, die Richtungdes Weges, der ins Helle führt, zu verlieren angesichts der Fülle vonUrsachen, auf die sich Arbeitslosigkeit zurückführen läßt. Eine amtlichefranzösische Enquete hat festgestellt, daß es über vierzig verschiedene