482
Neunundzwanzigstes Kapitel
Die exogene Nachfrage
Ich beginne meine Darstellung mit der Übersicht über die Ursprüngeder exogenen Nachfrage, nicht, weil es die wichtigere, sondern weiles die ältere von beiden ist. Wie meine Ausführungen im ersten undzweiten Bande ergeben haben, ist der Absatz der kapitalistisch er-zeugten Waren während der ganzen Epoche des Frühkapitalismus imwesentlichen ein Absatz an außerkapitalistische Käufer gewesen.Dieser setzt sich nun in der hochkapitalistischen Zeit fort. Und zwarsind es zunächst dieselben Abnehmer, die auch jetzt noch als Nach-frage in Betracht kommen.
I. Die alten Käuferschichten
1. Zu den exogenen Käufern, die von jeher eine große Rolle bei derGenesis des Kapitalismus gespielt haben, gehören in erster Linie dieReichen, deren Reichtum nicht selbst kapitalistisches Gepräge trägt,also nicht Kapitalbesitz ist. Das sind zunächst einmal alle Groß-grundbesitzer, wie immer auch sie ihren Grundbesitz mögen er-worben haben. Selbstverständlich nur als Großgrundbesitzer, nicht auchals kapitalistische Unternehmer, wenn sie etwa selbst Landwirtschaftauf ihren Gütern betreiben. Ob es sich um städtischen, ob um länd-lichen Grundbesitz handelt, bleibt sich gleich. Ebenso, ob es altererbteroder neugewonnener Grundbesitz ist. Auch der neuerworbene Grund-besitz scheidet aus dem kapitalistischen Nexus aus und seine Inhabererscheinen, wann und wo auch immer, als exogene Nachfrage für diekapitalistische Wirtschaft, selbst dann, wenn ihr Einkommen aus demin dieser erzeugten Mehrwert stammt.
Der Einkommensbetrag, um den es sich hier handelt und der un-gefähr gleichbedeutend mit der Grundrente ist, ist noch heute sehrbedeutend. Wir können ihn am besten in Großbritannien erfassen,wo er durch die Einkommensteuer besonders besteuert wird. Es ist die-jenige Einkommenssumme, die den Steuerpflichtigen der Schedule Azufließt: „from the ownership of Lands, Houses “ „etc.“ (?) Diese betrug