Dreißigstes Kapitel: Die endogene Naehfrage
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ohne die Erfindung Bessemers die Eisenbahnen nicht hätten gebautwerden können, liegt auf der Hand.
Eine ähnliche Wirkung wie die Einführung der neuen Verkehrs-mittel übte die Elektrifizierung der Welt, die als Ausstattung mitSchwachstrom bis in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts zurück-reicht (Telegraphie seit 1833), als Starkstromära jedoch erst im letztenViertel des 19. Jahrhunderts beginnt und dem Zeitalter vor dem Kriegetechnisch recht eigentlich seinen Stempel aufdrückt: die elektrische Be-leuchtung, die elektrischen Bahnen und die elektrischen Kraftmaschinenerobern in wenigen Jahrzehnten das Feld.
Während des kurzen Zeitraumes von 1895 bis 1907 steigt in Deutschland die Zahl der Betriebe mit elektrischer Kraftverwendung von 2003 auf 71316.Stat. Jahrb. 1916.
In den Vereinigten Staaten von Amerika betrug nach den Angaben desZensus die elektrische Kraft (eigene und fremde) in Pferdekräften:
1889 . 16000
1899 . 492936
1904 . 1592475
1909 . 4817140
1914 . 8836000
1919 . 16317000.
Um alle diese Anlagen herzustellen, wurde eine neue Industrie förmlichaus dem Boden gestampft: die Elektrizitätsindustrie, die sich in Deutschland besonders rasch, und zwar wie folgt entwickelte:
Zahl der Zahl der
Hauptbetriebe beschäftigten Personen
1895 . 1143 26321
1907 . 5391 142171.
In den Vereinigten Staaten von Amerika umfaßte sie:
Betriebe Arbeiter
1880 . 76 1271
1890 . 189 8802
1900 . 1742 46839
1914 . 1030 118078
1919 . 1404 212374.
Abermals: Nachfrage nach Eisen, nach Kohle, nun auch vor allem nachKupfer. Um welche Beträge? Um Hunderte von Millionen. Auf derletzten Entwicklungsstaffel kaum weniger als um eine Milliarde Markjährlich in jedem größeren Lande. Denn der amerikanische Zensusverzeichnet schon im Jahre 1914 „Rohstoffkosten“ für die Elektrizitäts-industrie: 154728076 §>, das sind über 600 Millionen Mark bei einerAusdehnung der Industrie von höchstens zwei Dritteln der deutschen.