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3. Das Wirtschaftsleben im Zeitalter des Hochkapitalismus ; 2 (1927) Der Hergang der hochkapitalistischen Wirtschaft : die gesamtwirtschaft ; mit mehreren Namen u. Sachregistern ...
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Dritter Hauptabschnitt: Der Hergang

In solchen Vertragsabschlüssen, wissen wir, löst sich alles kapi-talistische Wirtschaften auf. Erst wird das Geldkapital auf dem Wegedes Vertragsabschlussesbeschafft: Ausgabe von Aktien und Obligationen,Aufnahme von Bankkrediten, Abschluß eines Gesellschaftsvertragesusw. Dann wird das Sachkapital hereingezogen: Erpachtung einesGrundstückes, Erbauung einer Fabrik, Ankauf von Rohstoffen undMaschinen usw. Dann gilt es, Arbeitskräfte mittels Arbeitsvertragesanzuwerben. Endlich: die fertigen Erzeugnisse mittels des Kaufver-trages zu verwerten. Dazwischen werden vertragsmäßige Beziehungenzu anderen Unternehmungen angeknüpft: das Kartell, die Fusion, derKonzern entstehen und so fort.

Alle diese Vertragsabschlüsse kommen auf demMarkte zustande,freihändig, durch das Gegenübertreten von Angebot und Nachfrage.

Das Wirtschaften erfolgtmarktmäßig, die kapitalistische Wirt-schaft ist eineVerkehrswirtschaft: alle Produktionsfaktoren

kommenaus dem Verkehr, alle Produkte gehenin den Verkehr.

Da der Zweck der kapitalistischen Unternehmung die Erzielung vonGewinn und das Mittel zur Verwirklichung dieses Zweckes die Ver-tragschließung ist, so ergibt sich als der Leitgedanke bei allen wirt-schaftlichen Vornahmen das Bestreben: alle Vertragschlüsse so vorteil-haft wie möglich zu gestalten.

Das Organ aber, das dieser Mittel zur Herbeiführung des genanntenZweckes sich zu bedienen hat, ist der kapitalistische Unternehmer, derunter Berücksichtigung der wißbaren Umstände mittelsKalkulationsowie unter Abwägung der unbekannten Größen mittelsSpekulationunter alleiniger Verantwortung gegen sein Unternehmen, das heißt mitvollemRisiko, die Gewinnchance abwägt, den Entscheid trifft unddie wirtschaftlichen Kräfte in Bewegung setzt: sei es zur Herbeiführungeines Austausches auf dem Markte, sei es zur Gestaltung seines Betriebes.

3. In sinnhafter Betrachtung erscheint uns das Gefüge derkapitalistischen Wirtschaft in einer etwas anderen Gestalt. Hier trittuns ein Widerspruch als erstes und deutlichstes Merkmal entgegen: derWiderspruch zwischen der Zwecksetzung der einzelnen Unternehmungenund der Aufgabe, die diese in ihrer Gesamtheit zu erfüllen haben.

Der Zweck der Unternehmung ist, wie wir wissen, die Erzielung vonGewinn; an irgendwelche Bedarfsbefriedigung denkt sie nicht, kannsie nicht denken, darf sie nicht denken.

Und doch soll der Bedarf befriedigt, sollen Hunderte von Millionentäglich mit dem Nötigen versehen werden.