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3. Das Wirtschaftsleben im Zeitalter des Hochkapitalismus ; 2 (1927) Der Hergang der hochkapitalistischen Wirtschaft : die gesamtwirtschaft ; mit mehreren Namen u. Sachregistern ...
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Übersicht

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Ein Wunder! Wie die auf ganz andere Ziele gerichteten Unter-nehmungen doch dieses Werk in einer man darf im großen ganzensagen unvergleichlich vollkommenen Weise vollbringen.

Und doch kein Wunder, wenn wir den Punkt kennen, an dem sichZwecksetzung und Aufgabe der Unternehmungen berühren: die Preis-bildung auf dem Markte. Sie ist der Regulator des wirtschaftlichenGetriebes. Der Preis gibt an, wo ein Bedarf ist, und der Preis bestimmtgleichzeitig die Gewinnchance und damit den Entschluß des kapita-listischen Unternehmers, seinen Beitrag zur Bedarfsdeckung zu liefern.

Der wirtschaftliche Prozeß in kapitalistischer Form ist also nichtsanderes als die beständige Anpassung der Einzelunternehmung an dieAnforderungen der Gesamtheit an der Hand der Preisgestaltung. Oderin anderen Worten:

Der Sinn der Vorgänge in der kapitalistischen Wirt-schaft der Hergang dieser Wirtschaft ist die Bedarfs-befriedigung durch die Vermittelung des Marktes zwecksGewinnerzielung in Betrieben.

Daraus ergeben sich dreiElemente in Gedanken trennbareBestandteile des wirtschaftlichen Prozesses:

1. der Bedarf,

2. der Markt,

3. der Betrieb.

Die sich auch fassen lassen als die üblicherweise unterschiedenendrei Staffeln jeder Wirtschaft:

1. die Konsumtion (Verzehr),

2. die Zirkulation (Umlauf),

3. die Produktion (Erzeugung)der Güter.

Dieser Hauptabschnitt ist nun in der Weise gegliedert, daß diesedrei Problemkomplexe gesondert abgehandelt werden sollen: zunächstin ihrer idealtypischen Reinheit (Erster Abschnitt), nachher in ihrerhistorischen Gestaltung (Dritter Abschnitt). Indem dazwischenliegendenZweiten Abschnitt weiden wir die Bewegungsformen des wirtschaft-lichen Prozesses im Zeitalter des Hochkapitalismus kennen lernen,durch die bewirkt wird, daß die reinen Formen des Prozesses ihregeschichtlich eigenartige Prägung erhalten.