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Dreiunddreissigstes Kapitel
Die Elemente der Betriebsbildung
Auch über die Grundsätze der Betriebsgestaltung habe ich an ver-schiedenen Orten in diesem Werke mich ausführlich vernehmen lassen,wie wiederum das Sachregister ausweist. Zudem habe ich in einer be-sonderen Studie „Die Ordnung des Wirtschaftslebens“ (1925) ein sehrgenaues Schema der Betriebsproblematik entworfen. Endlich will icheinen Teil der schematischen Betrachtungen in die empirische Dar-stellung verweben, da diese vielfach erst das richtige Verständnis fürbestimmte grundsätzliche Zusammenhänge vermittelt. Der Überblick,den ich in diesem Kapitel gebe, soll früher Gesagtes kurz wiederholen,soweit es notwendig ist, es in Erinnerung zu bringen, soll ferner einigeKategorien der Betriebsbildung, die erst in der hochkapitalistischenWirtschaft Bedeutung erlangen, neu entwickeln, alles aber unter Bei-seitelassung von Einzelheiten auch theoretischer Natur, die vielmehrin der Darstellung der empirischen Betriebsgestaltung ihre Erledigungfinden werden.
Ich bediene mich dabei des Schemas, das ich in der obengenanntenArbeit benutzt habe, und in das ich an den gegebenen Stellen Aus-führungen über Vorteile, Nachteile und Bedingungen der einzelnenBetriebsgestaltungen einfügen werde.
I, Die Gesetzmäßigkeit der Betriebsbildung
Die Betriebsformen sind nicht nur tatsächlich voneinander ver-schieden, ihre Verschiedenheit ist auch großenteils eine notwendige, durch„die Natur der Sache“, das heißt durch rationale Momente bedingte.
Die Bedingtheit ist erstens eine solche durch den Zweck, dem derBetrieb dient. Der Zweck macht — oft, nicht immer — die Anwendungeiner bestimmten Technik und einer bestimmten Betriebsorganisationnotwendig. So kann die Art des herzustellenden Produktes zwangs-läufig eine bestimmte Betriebsgestaltung herbeiführen. Um Stickstoffaus der Luft zu gewinnen, ist eine ganz bestimmte Anlage notwendigmit einem gegebenen Satz von Produktionsmitteln und Arbeitern; der
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