Dreiunddreißigstes Kapitel: Die Elemente der Betriebsbildung 545
a) eines Betriebes gleichen Inhalts: hierher gehört auch die Ein-richtung von Filialen;
b) eines Betriebes verschiedenen Inhalts, wodurch ein kombinierterBetrieb entsteht;
c) eines Nebenbetriebes;
(3) durch Vereinigung zweier oder mehrerer schon bestehender Be-triebe zu einer neuen Betriebseinheit.
Der Begriff der „Betriebsvergrößerung“ bekommteinen sehr verschiedenen Sinn, je nachdem man den Vorgang unter demGesichtspunkte des einzelnen Betriebes oder unter dem der V erteilungder Gesamtproduktion (Leistung) unter die einzelnen Größenklassender Betriebe betrachtet.
Vom Standpunkt des einzelnen Betriebes aus gesehen bedeutet„Vergrößerung“ dreierlei:
(1) Wachsen der Durchschnittsgröße, z. B. des Kapitalaufwandesoder der Zahl der Iiilfspersonen;
(2) Wachsen der optimalen Betriebsgröße: eines idealen Hochofens„modernster“ Konstruktion;
(3) Wachsen der größten bestehenden Betriebe zum Optimum hinoder über das Optimum hinaus.
Bei der Betrachtung des Vergrößerungsvorganges unter dem Ge-sichtspunkt der Verteilung der Gesamtproduktion unter die einzelnenGrößenklassen dagegen ergeben sich folgende Möglichkeiten:
(1) bei gleich bleibender Produktion: die „großen“ Betriebe nehmenzu (werden auch eventuell selbst größer); dann müssen die kleinenweniger werden, das heißt ihr Absatzgebiet muß zusammenschrumpfen;
(2) bei zunehmender Produktion: die großen Betriebe nehmen zu,ohne daß die kleinen weniger werden, also so daß sie ihr Absatz-gebiet ungeschmälert erhalten (vielleicht sogar ausweiten); das sichausdehnende Absatzgebiet der Großen ist alles Neuproduktion, vondem im zweiten Falle (daß die Kleinen trotz Anwachsen der Großenmehr werden) ein Teil den Kleinen zufällt;
(3) bei zunehmender Produktion: Die großen Betriebe dehnen sichaus auf Kosten der Kleinen, deren Absatzgebiet sich also (trotz derProduktionssteigerung) verkleinert:
a) im Verhältnis zur Zahl der Betriebe,
b) rascher als die Zahl der Betriebe,
c) langsamer als die Zahl der Betriebe.