Dreiunddreißigstes Kapitel: Die Elemente der Betriebsbildung 547
Auch die Konzentration erstreckt sich auf Werkbetriebe, Wirt-schaftsbetriebe und Finanzbetriebe.
Der Begriff der Konzentration wird noch dadurch verwirrt, daß manunter „Kapitalkonzentration“ sehr häufig sowohl die eben besprocheneBetriebskonzentration wie auch Vermögenskonzentration, also An-häufung größerer Vermögen in wenigen Händen versteht. Den Begriffder Vermögenskonzentration kann man nach demselben Schema bildenwie den der Betriebskonzentration. Man muß sich aber immer gegenwärtighalten, daß Betriebskonzentration und Vermögenskonzentration zweiganz verschiedene Vorgänge sind, die zusammenfallen, aber auch nichtzusammenfaden können. Möglich ist eine Betriebskonzentration, auch imengeren Sinne, bei Verringerung der Vermögenskonzentration, wie etwaim folgenden Falle: 3 Privatunternehmungen mit je 1 Million Vermögenwerden in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Nach einiger Zeit ver-armen die drei Millionäre, und die Aktiengesellschaft wird von 1000 Aktio-nären besessen. Möglich ist ebenso umgekehrt eine Vermögenskonzentrationauch im engeren Sinne bei Verringerung der Betriebskonzentration: wennetwa ein reicher Mann drei Rittergüter aufkauft, die je einen Betrieb bil-deten, und sie verwertet durch Verwandlung in kleine Pachtbetriebe.
3. Die innere Ausgestaltung der Betriebe
Eine Vervollkommnung der inneren Betriebsorganisation enthältfolgende Bestandteile:
a) die Mechanisierung. Darunter verstehen wir die Ent-seelung oder Vergeistigung des Betriebes, das heißt seine Verwandlungin ein System kunstvoll ineinandergreifender Arbeitsleistungen, derenVollbringer auswechselbare Funktionäre in Menschengestalt sind. DieMechanisierung wird bewirkt durch folgende Mittel:
(1) die Separierung der einzelnen Arbeitsleistungen, das heißt dieZerlegung eines komplexen Arbeitsprozesses in einzelne nach rein sach-lichen Gesichtspunkten abgegrenzte Teilverrichtungen;
(2) die Normalisierung dieser Teilverrichtungen, so daß sie entwederfür alle Betriebe (Verwaltungsfunktionen!) oder wenigstens in jedemBetriebe gleicher Art dieselben sind;
(3) die Spezialisierung, das heißt die dauernde Übertragung diesersachlich abgegliederten Teilprozesse an besondere Funktionäre;
(4) die Automatisierung, das heißt die Übertragung der Teilverrich-tungen auf einen Mechanismus (Maschinen), oder, wo das nicht möglichist, doch wenigstens Zwangläufigmachung der Arbeit durch Eingliede-rung des Arbeiters in eine Gruppe;
(5) die Schematisierung, das heißt Ersetzung der lebendigen Aufsicht,