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3. Das Wirtschaftsleben im Zeitalter des Hochkapitalismus ; 2 (1927) Der Hergang der hochkapitalistischen Wirtschaft : die gesamtwirtschaft ; mit mehreren Namen u. Sachregistern ...
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548 Erster Abschnitt: Die Elemente des wirtschaftlichen Prozesses

Leitung und Kontrolle durch ein kunstvolles System von Vorschriften.Anweisungen und Kontrollvorrichtungen, das automatisch funktioniert;

(6) die Taylorisierung, wie wir nach dem Amerikaner Taylor einVerfahren nennen, mittels dessen auch die Einzelarbeit rationalisiertund verwissenschaftlicht wird.

b) Die Intensivisierung. Darunter verstehen wir die Stei-gerung des Energieaufwands in einem Betriebe von gegebener Grobe.Diese wird erreicht:

(1) durch Zusammendrängung von mehr Arbeit in einer gegebenenZeit;

(2) durch Vervollkommnung des Produktionsmittelapp arates;

(3) durch Einstellung höher qualifizierter Arbeiter.

c) Die Ökonomisierung. Darunter verstehen wir die mög-lichst sparsame Verwendung der Produktionsfaktoren.

Eine Belebung dieses trockenen Schemas wird die empirische Dar-stellung der Betriebsgestaltung im Zeitalter des Hochkapitalismusbringen: siehe vor allem das 53. und 54. Kapitel.

III. Die BetriebsVereinigung

In der Benennung der Formen, in denen selbständige Unterneh-mungen sich vereinigen, besteht keinerlei Übereinstimmung. Wenn maneine Stufenfolge von Vereinigungsformen nach dem Grade der Festigkeitdes Verbandes auf stellen will, wird man etwa folgende Formen unter-scheiden können:

1. die einfache Interessengemeinschaft. Sie bestehtlediglich in der gemeinsamen Gewinnverrechnung und Gewinnverteilungnach einem bestimmten Schlüssel. Sie kommt meist auf dem Wege desAktienaustausches zustande, hat aber auch andere Möglichkeiten derVerbindung. Ihr Zweck ist die Risikoversicherung und Ausschaltungder Konkurrenz. Damit greift sie in den Zweckbereich der Kartell-bildung hinüber; siehe oben Seite 531f.

2. Von einem Konzern sollten wir immer nur dann sprechen,wenn eine irgendwelche Vereinheitlichung der Betriebsführung selb-ständiger Unternehmungen vorliegt, das heißt also ein einheitlicherUnternehmerwille und ein einheitlicher Plan. Das Wesen des Konzernsberuht darin, daß mehrere rechtlich selbständige Unternehmungen zueiner wirtschaftlichen Einheit zusammengefaßt werden; es entstehtdas, w r as ich einen Wirtschaftsbetrieb höherer Ordnung oder Finanz-betrieb nennen wollte.