Fünfunddreißigstes Kapitel: Die Konjunktur
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parts of the country, produced the effect thus ascribed to them.“ FirstReport (Commons Committee) on Commercial Distress. Vgl. Evans,Commercial Crisis 1847/48. S. 53/54.
Andererseits können besonders gute Ernten die Katastrophe hinaus-schieben.
Es erübrigt nun nur noch, darzustellen, wiederZusammen-bruch erfolgt, wie die oben aufgezählten äußeren Anzeichendes Niedergangs innerlich untereinander verbunden sind.
Dort, wo der Aufschwung begonnen hatte, setzt auch der Rück-schlag ein: in der Erzeugung jener Dauergüter, die ich als primäreAufschwungsgüter bezeichnet habe. Mangels Kapitals, genauer: Be-triebskapitals, werden die Eisenbahnen, Straßenbahnen, Elektrizitäts-werke, Kanäle, Theater, Mietshäuser nicht weitergebaut, die Um-wandlung von industriellen Anlagen wird unterbrochen, die schon ge-plante Neugründung unterbleibt. Damit aber fällt die erste und ent-scheidende Nachfrage aus. Alle jene Erzeugnisse, die für die Aus-führung jener Anlagen und Herstellung jener Dauergüter bestimmtwaren, also alle Erzeugnisse der Produktionsmittelindustrie im engerenSinne, die Aufschwungsgüter zweiter Ordnung, bleiben unverkäuflich.Der Stoß wird fortgesetzt. Preissenkungen, Arbeitseinschränkungen,Arbeiterentlassungen, Zusammenbrüche folgen. Dadurch wird abermalseine Menge von Kaufkraft ausgeschaltet, bis der gesamte Bau zu-sammengestürzt ist. Beschleunigt wird dieser Rückbildungs- oderSchrumpfungshergang dadurch, daß in einem bestimmten Zeitpunktdie produktiven Anlagen, die zur Mehrproduktion der sekundärenAufschwungsgüter neu geschaffen waren, und die, solange sie sich imBau befanden, selbst wieder Nachfrage gebildet hatten, fertigwerden und nun das Angebot vergrößern.
Die erste Stockung pflegt im Baugewerbe einzutreten. Wohl auszwei Gründen: weil hier der Abbruch der Tätigkeit am leichtesten erfolgenkann, und weil das Baugewerbe auf die kunstvollste Weise finanziert ist.Weil aber das Baugewerbe das größte Gewerbe ist, übt sein Verhaltenauf dem Markte den größten Einfluß aus und bestimmt geradezu dieKonjunktur. In sehr einprägsamer Weise schildert dieses entscheidendeEingreifen des Baugewerbes und die weiteren Folgen dieses ersten StoßesArthur Feiler in seiner Studie über die Konjunkturperiode 1907—1913in Deutschland (1914) Seite 25f.: „Die Teuerung der Lebenshaltung, dieTeuerung der Waren und insbesondere der Rohstoffe und die Teuerungdes Geldes zwangen zum Rückgang der Konjunktur (sc. 1907). Und dieletzte vor allem und mit zwingender Gewalt. Die Einschränkung derBautätigkeit machte den Anfang. Denn hier wirkte die fortgesetztwachsende und schließlich zur Unmöglichkeit werdende Schwierigkeit,
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