Sicbenunddreißigstes Kapitel: Die Träger des Bedarfs 599
streiten. Nehmen wir an, sie machten ein Drittel der gesamten Ansgabenaus, so bleiben für die Befriedigung des eigentlichen Luxusbedarfs 90 bezw.420 Mill. Mk. zur Verfügung. Diesen Beträgen stehen gegenüber die Ein-kommen der Personen mit weniger als 100000 Mk. Einkommen; das waren
1892 5 322,-3 Mill. Mk.
1914 15423,0 „ „
Wollte man aber in den Ausgaben bei Einkommen unter 100000 Mk.noch Ausgaben für Luxusgüter vermuten, so setze man die Grenzendes Einkommens, bei dem nur der Grobbedarf befriedigt wird, tiefer an.Gehen wir ganz sicher und nehmen wir nur die Einkommen unter 6000 Mk.,so bringen diese zum Verzehr
1892 3744,4 Mill. Mk.
1914 12821,9 „ „
die Einkommen unter 3000 Mk.:
1892 2912,0 Mill. Mk.
1914 10298,0 „
Demgegenüber verschwindet offensichtlich aller Luxusverzehr, selbstwenn man zu den oben berechneten Ziffern von
1892 90 Mill. Mk.
1914 420 „ „
Teile der Einkommen zwischen 30000 und 100000 Mk. zu zählen wollte,die eine Gesamtsumme von 451,6 bezw. 1257,0 Mill. Mk. ausmachten.
Die Zahl dieser wohlhabenden Leute, die zwischen 30000 und 100000 Mk.Einkommen hatten, betrug in den beiden Stichjahren 9039 und 24551.
Die Ziffern sind dem Statistischen Handbuch für den preußischenStaat Band II für 1892/93, dem Statistischen Jahrbuch für den preu-ßischen Staat Band XII für 1914 entnommen, die Höhe der veranlagtenEinkommen, die für 1914 nicht angegeben ist, ist errechnet.
Selbst in einem so „reichen“ Lande wie den heutigen VereinigtenStaaten von Amerika ist der Anteil des Luxuskonsums nicht sehr viel größer.Die Einkommensverteilung im Jahre 1922 gewährt folgendes Bild:Einkommensstufe Gesamteinkommen Vom Hundert
unter 2000 $
(in Tausend Dollar)4792118
19,3
2000- 5000 „
10740898
43,1
5000- 25000 „
5814283
23,4
25000—100000 „
2432208
9,8
100000-500000 „
793624
3,2
über 500000 „
298777
1,2
24871908
100
United States Bureau of Internal Revenue Statistics of Income. 1922.pag. 8.
Zu berücksichtigen ist bei der Bewertung dieser Ziffern, insbesonderebei einem Vergleich mit den deutschen, daß die Kaufkraft des Geldes inAmerika jetzt im großen Ganzen 1 / 2 bis 3 / s der deutschen ist (Schätzungenvon Koettgen und Hirsch aus neuerer Zeit), daß aber die Kaufkraftmit der Qualität' der Güter rasch sinkt, das heißt, daß sie bei Luxusgütern