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Achtunddreissigstes Kapitel
Die Art und Weise der Bedarfsbefriedigung
In diesem Kapitel will ich noch nicht berichten von den Verände-rungen, die die Güter selbst während der hochkapitalistischen Periodeerfahren haben. Will ich vielmehr nur auf einige Neugestaltungen inder Art, wie der Bedarf befriedigt wird, Neugestaltungen in denModalitäten der Bedarfsgestaltung, hinweisen.
Als ein der hochkapitalistischen Epoche eigentümlicher Zug er-scheint :
1. der häufigere Wechsel der Bedarfsgegenstände. Ihmbegegnen wir bei der Versorgung mit Produktionsmitteln wie mitKonsumtionsgütern gleichermaßen. Und wir werden ihn aus den Be-dingungen, unter denen in dieser Zeit die Bedarfsbefriedigung erfolgt,aus dem Drang und dem Zwang, dem der einzelne Bedürfende unter-steht, ohne viel Mühe verstehen.
Dem Produzenten zwingt allein die revolutionäre Technik denhäufigen Wechsel seiner Maschinen und Apparate auf; er muß, willer seinen Betrieb nicht veralten lassen, seine Arbeitsmittel den jeweilsneuesten Erfindungen anzupassen bestrebt sein. Es hängt vom Reich-tumsgrade der einzelnen Unternehmung und für das Ganze einer Volks-wirtschaft vom gesellschaftlichen Reichtumsgrade ab, in welchemSchrittmaße der Unternehmer den stets neuen Anforderungen derTechnik gerecht werden kann. Dadurch wird wohl ein Unterschied inder Zeitfolge des Wechsels begründet (die Vereinigten Staaten erneuernihren Arbeitsmittelapparat häufiger als die europäischen Länder).Aber abgesehen von der Verschiedenheit des Schrittmaßes bleibt dieserZug des beschleunigten Wechsels der Produktionsmittel im Gegensatzzu allen früheren Wirtschaftsepochen dem Zeitalter des Hochkapitalis-mus eigentümlich.
Auch der Käufer von Konsumgütern untersteht zum Teil diesemZwange, der in der revolutionären Technik begründet ist. Freilich wirder zu der Erneuerung nicht durch irgendwelche Konkurrenzrücksichtgenötigt. Aber er wird seine Gebrauchsgegenstände wechseln müssen,