660 Dritter Abschnitt: Die Gestaltung d. wirtschaftl. Prozesses i. d. Geschichte
des Tarifvertrages wurde in der deutschen Unternehmerpresse seineStarrheit geltend gemacht, die geeignet sei, den technischen Fortschrittaufzuhalten. Endlich ist das irrationale Moment nicht zu unterschätzen,das den Unternehmer lange Zeit zum Gegner des Tarifvertrages gemachthat: sein Machtdünkel, der ihn „Herr im Hause“ sein lassen wollte.
So ist es gekommen, daß der Tarifvertrag bis zum Ausbruch desKrieges eine geringe Ausbreitung aufweist und erst nach dem Kriege
sich rascher entwickelt hat.
Zur Statistik der Tarifverträge:
Deutschland : Bestand am 31. Dezember 1913:
Tarifgemeinschaften . 10885 1825
Mit Geltung für Betriebe . . . 143088 41651
„ „ „ Personen . . . 1398597 408462
davon Textil- Bergbau Verkehrs-Baugewerbe industrie gewerbe
Tarifverträge . 1696 803 113 56 92
Für Personen . 2400000 200000 460000 900000 500000
eh
Schweden: Bestand am 1. Januar 1914 :
Tarifverträge . 1448
Für Betriebe . 8300
Für Personen. 233020
Österreich : In den Jahren 1910—1912 wurden für 413711 PersonenTarifverträge abgeschlossen.
Frankreich : Tarifverträge wurden abgeschlossen:
1910 .252
1911 .202
Übersicht im Stat. Jahrbuch 1915 Seite 82*, 83*.
Die rasche Entwicklung na,ch dem Kriege lassen folgende Ziffern fürDeutschland erkennen:
Tarifverträge Betriebe Beschäftigte Personen
1907 .
. 5324
111050
974564
1913.
13446
218033
2072456
1922 .
10768
890237
14261106
Davon Landwirtschaft .
448
307178
1996917
Ziffern für 1907 und 1913 Stat. Jahrb. 1915; für 1922 Stat. Jahrbuch1924/25. Die höhere Ziffer für 1913 verglichen mit der vorher angegebenenerklärt sich daraus, daß hier „Tarifverträge“, dort „Tarifgemeinschaften“gezählt sind.
III. Auf dem Warenmärkte
Ausführlich habe ich im zweiunddreißigsten Kapitel des zweitenBandes den ersten Schritt der Warenhandelsformen zur Versach-