Druckschrift 
3 (1838)
Entstehung
Seite
11
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Noi! dem Leben und den Werken des Plautus,

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des Gcllius. Scrvius berichtet lins in seinen Anmerkungenüber das erste Buch der Acncis, daß einige dein Plautus zwan-zig, andre vierzig und andre hundert Lustspiele zuschrieben. Daalso schon die Alten so gar sehr uneinig hierüber gewesen sind,so muß es uns genug seyn, wenn wir wissen, er habe sehrviele gemacht, und daß die, die uns unter seinem Namen übriggeblieben sind, die Narronianischcn, das ist, diejenigen sind,die er ohnstrcitig verfertiget hat. Bon vielen der zweifelhaftenStücke haben uns die alten lateinischen Sprachkundigen theilsdie Namen, theils einige Stellen, oder nur einzelne Worte auf-behalten. Es ist aber in den meisten dieser Fragmente so we-nig Saft und Kraft, daß es sehr unnöthig seyn würde, siehier anzusührcn.

Bey den Alten machte die Erklärung der Lustspiele einengroßen Theil ihrer schönen Wissenschaften aus. Daher kam es,daß sich viele von den Römern, deren Hauptwerk die Studia dochnicht waren, so sehr darauf legten, daß sie die Schreibart desPlautus, seine Art zu denken und zu scherzen so genau innc hatten,daß sie gleich sagen konnten, dieses oder jenes ist von ihm,oder ist nicht von ihm. Außer dem was Gcllius von dem Fa-vorinus anführet, so versichert schon Eiccro>'), daß ScrviusElaudius, der Bruder des Papirius Pätus, an den wir unter-schiedene Briefe von ihm lesen, besonders diese Starke im Ur-theilen besessen habe. Die alten Römer schätzten den Plautusbesonders zweier Stücke wegen sehr hoch; theils wegen seinerSchreibart, theils wcgcn scincr anmuthigcn Schcrzc. Und ge-wiß beydes ist unverbesserlich, wenn man von dem ersten dasallzu alte und den possenhaften Ausdruck, von diesem aber dasAllzufrcyc wegnimmt. Sie glaubten, die Musen würden plau-tinischcs Latein sprechen, wenn sie römisch reden wollten. Hier-mit stimmen die neuern Critici durchgängig übcrcin. Es würde

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