B. Die äussere Gestattung der BetriebeNeunund vierzigstes Kapitel
Die Betriebsformen
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In einem weiteren Sinne gehören auch Spezialisation, Kombination,Konzentration, die Gestaltungsweisen, die wir in den beiden folgendenKapiteln kennenlernen werden, zu denjenigen Erscheinungen, die die„Form“ des Betriebes bestimmen. Daneben gibt es aber Beziehungen,die in einem strengeren Sinne erst die Betriebsform ausmachen. Inderen Gestaltung, könnte man sagen, die „reine“ Betriebsform zu-tage tritt. Diese Beziehungen werden durch das Verhältnis der beidenProduktionsfaktoren, des sachlichen und des persönlichen, zueinanderbestimmt, sofern es sich um gesellschaftliche Betriebe handelt, dieselbst schon gegen die Individualbetriebe durch die Stellung des Arbeiterszu seinem Werke abgegrenzt sind.
Von diesen reinen Betriebsformen und ihren Gestaltungsneigungenim Zeitalter des Hochkapitalismus soll in diesem Kapitel die Redesein. Es sind ihrer drei, die wir in Betracht ziehen müssen: die Be-triebe mit zerstreuten Betriebsstätten, die Manufaktur und die Fabrik.Über die Wesenheit dieser drei Betriebsformen brauche ich mich hiernicht auszulassen, da ich das Nötige früher bereits vermerkt habe.Siehe das Stichwort „Betriebsformen“ im Sachregister zu den beidenersten Bänden, und vergleiche das im dreiunddreißigsten Kapitel diesesBandes Gesagte.
I. Betriebe mit zerstreuten WerkstättenIn Betracht kommen hier nur Fälle, in denen die zerstreuten Werk-stätten nicht etwa selbst schon wieder gesellschaftliche Betriebe sind,sondern Kleinbetriebe bleiben und doch in irgendeiner Weise zu ein-heitlichen (gesellschaftlichen) Werkbetrieben zusammengeschlossen sind,also nicht nur im Wirtschaftsbetrieb ihre Einheit finden.
Solcher dezentralisierter Betriebe (wie ich der Kürze halber in nichtganz zutreffender Ausdrucksweise sagen will) haben sich in der Land-wirtschaft wenige entwickelt. Man könnte an die holländischen