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3. Das Wirtschaftsleben im Zeitalter des Hochkapitalismus ; 2 (1927) Der Hergang der hochkapitalistischen Wirtschaft : die gesamtwirtschaft ; mit mehreren Namen u. Sachregistern ...
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772 Dritter Abschnitt: Die Gestaltung d. Wirtschaft!. Prozesses i. d. Geschichte

gezählten Manufakturen noch in dieser Form beharrt. Und gerade dieneueste Zeit das letzte Menschenalter hat den Übergang wichtigsterGewerbe zur Betriebsform der Fabrik erlebt: die Buchdruckerei, dieTischlerei, die Schuhmacherei, der Bergbau, der Hochofenbetrieb, derWalzwerkbetrieb, die Gießerei und viele andere sind heute fabrik-mäßig gestaltet.

Wiederum bietet sich uns keine Möglichkeit, diesen erfahrungs-mäßig erkannten Vorgang statistisch zu erfassen. Denn die Statistik,die nur äußere Merkmale feststellen kann, vermag in das innere Wesender Betriebsgestaltung keinen Einblick zu gewähren. Einen Ersatzder fehlendenFabrikstatistik bietet immerhin die Statistik der Ver-wendung mechanischer Kräfte. Denn offenbar ist diese wenigstensein Merkmal der fabrikmäßigen Entwicklung.

Zur Statistik der Verwendung mechanischer Kräfte:

In Deutschland fällt der Übergang zum Fabrikbetrieb, soweit er sichan der Verwendung mechanischer Kräfte ermessen läßt, in das letzteMenschenalter. Während im Königreich Preußen im Jahre 1875 erst etwa600000 PS in den stehenden Dampfmaschinen gezählt wurden, waren es1912 deren 6182116. Und zwar sind es wiederum die letzten 1520 Jahrevor dem Kriege, in die die Ausbreitung der Dampfkraft hauptsächlichfällt. Nach den Ermittlungen der Gewerbezählung betrug die Zahl derPferdestärken in den Dampfmaschinen:

1895 . . . 27212181907 . . . 6711363Stat. d. D. R. Band 220/21. Seite 132.

Alle Pferdestärken zusammen einschließlich der elektrischen betrugen9856914 (in der Industrie). Bei 8863437 Hilfspersonen entfallen auf eineHilfsperson 1,11 PS.

Diese allgemeinen Ziffern besagen natürlich sehr wenig. Wir müssenversuchen, intimere Bilder zu bekommen. Da haben wir die Ziffern derGewerbestatistik, die die Zahl der Motorenbetriebe angeben. Die lehrennun zwar auch die rasche Ausbreitung der Antriebsmaschinen. Von 1882bis 1907 verdoppelt und verdreifacht sich die Zahl der Motorenbetriebein manchen Gewerbegruppen. Aber was uns an diesen Ziffern vor allemin Erstaunen setzt, ist ihre verblüffende Niedrigkeit auch noch im Jahre 1907.Man sollte es kaum glauben, daß damals noch in keiner Gewerbegruppeauch nur die Hälfte sämtlicher Betriebe Motorenbetriebe waren, d. h.irgendeine mechanische Kraft benutzten. Selbst im Bergbau, Hütten-und Salinenwesen betrug die Zahl der Motorenbetriebe nur 42,5 %, inder Maschinenindustrie 17,4 %, in der Textilindustrie 10,8 % usw.

Diese niedrigen Zahlen erklären sich natürlich durch die große Zahl vonKleinbetrieben, die (siehe das 51. Kapitel) in allen Gewerbegruppen sich nochvorfinden, und die keine Antriebsmaschinen nötig haben. Aber auch wenn