Emuridfüufzigstes Kapitel: Die Konzentration 855
Daneben vermehren sich die Mittelbetriebe und die Großbetriebe,ohne jedoch das Übergewicht erlangt zu haben.
Die Anteilziffern sind folgende (beschäftigte Personen):
1895
1907
Kleinbetrieb.
.70,9
55,1
Mittelbetrieb ....
.13,7
16,8
Großbetrieb.
.15,4
28,1
Die Konzentration der Großbetriebe hat dagegen erhebliche Fort-schritte gemacht, teils aus produktionstechnischen, teils aus organi-satorischen Gründen.
Über das Verhältnis der kapitalistischen Schiffahrtsunternehmungenzu den handwerksmäßigen Kleinschiffern auf dem Rhein geben die Rhein-schiffahrtsregister Aufschluß. Danach befanden sich 1910 von insgesamt10344 Schleppkähnen mit 4590888 t Trahfähigkeit
im Besitz von Kähne Tragfähigkeit
Reedern. 1048 1081190 t
Partikulierschiffern . . 9296 3509698 „
„Die Kleinschiffer sind entweder Kahn- oder Schleppbootbesitzer undübernehmen Transporte selbständig wie die Großreedereien, zu denen sieim übrigen in bezug auf die Verwendung der Betriebsmittel in einemgewissen Austauschverhältnisse stehen, namentlich insofern die Groß-unternehmungen vielfach Kahnraum der Kleinschiffer in Anspruch nehmen,diese andererseits die Schleppkraft jener.“ A. Wirminghaus, Gemein-wirtschaftliche Organisation usw., a. a. O. Seite 999. Wir erfahren auchden Grund, weshalb es keiner Schiffahrtsunternehmung möglich ist, sichvöllig unabhängig von dem Partikulierschifferstande zu machen. Es würdeeine Uberkapitalisation bedeuten, wenn eine Gesellschaft dahin strebenwollte, auch in Zeiten der Hochkonjunktur mit eigenem Material zu wirt-schaften. In Zeiten der Baisse würde dann eine genügende Verzinsung desKapitals nicht erzielt werden.
Die Seeschiffahrt war schon während der frühkapitalistischenEpoche aus dem Rahmen des Handwerksbetriebes herausgetreten undhatte in der Gestalt der Partenreederei genossenschaftliche Betriebegrößeren Ausmaßes geschaffen: siehe das zweiundzwanzigste Kapitel deszweiten Bandes. Das 19. Jahrhundert sieht dann die Verwendung derAktiengesellschaft auch für die Seeschiffahrt, die dann immer mehrund zuletzt so gut wie ausschließlich in großen Aktiengesellschaftenbetrieben wird.
In Deutschland wurde die erste Hambxugische Dampfschiffahrtsgesell-schaft („Hanseatische D.-G.“) vom alten Sloman mit einem Aktienkapitalvon 300000 Mark gegründet. 1847 erfolgte die Gründung der Hambimg-Amerika-Gesellschaft (Anfangskapital 300000 Mark), 1857 die des Nord-deutschen Lloyd in Bremen . Diese beiden Gese llschaften vergrößerten