Einundfünfzigstes Kapitel: Die Konzentration
869
polizei die Souterrainwohnungen nicht mehr zuläßt, ist das Strebenallgemein geworden, das Erdgeschoß um so besser auszunützen. DasVorteilhafteste ist aber immer die Errichtung eines Ladens: einerBäckerei oder Molkerei, einer Drogerie, eines Bäudels, eines Blumen-ladens, eines Zigarrengeschäfts oder dergleichen. Vielfach richtet derHausbesitzer die Räume gleich zweckentsprechend ein, läßt sie mitdem notwendigen Inventar ausstatten und gewährt dem Ankömmling,der in diesen Räumen sein Geschäft betreiben will, mindestens aufein Vierteljahr Mietskredit.
Daß in dem Kampfe zwischen den konzentrationsfördernden undkonzentrationshindernden Kräften im Detailhandel diese den Siegdavongetragen haben, unterliegt keinem Zweifel.
Wenn wir nämlich einmal genauer nachprüfen, welchen Anteil nuneigentlich die Großbetriebe am gesamten Warenumsatz haben, so sindwir verblüfft über die Geringfügigkeit dieses Anteils. Nehmen wir alsUntersuchungsgebiet selbst die Vereinigten Staaten , und nehmen wirals Zeitpunkt selbst die allerneueste Zeit, so kommen wir zu folgendenFeststellungen: Im Jahre 1921 wurden 1219 Department Stores unterden Corporations ermittelt. Von diesen beschäftigt sich ein großer Teilausschließlich oder teilweise mit Großhandel, Marshall Field & Co.z. B. treibt zu gleichen Teilen Groß- und Kleinhandel. Setzen wir dasVerhältnis zugunsten des Detailhandels wie 2: 1 an, so würden etwa800 Corporations Kleinhandel in Warenhäusern treiben. Wir wissennicht, wieviel sie umgesetzt haben. Wenn wir aber die Schätzung zu-grunde legen, nach der die 100 Neuyorker Warenhäuser einen Absatzvon 400 Millionen Dollar haben sollen, so werden wir eher zu hochals zu niedrig greifen, wenn wir ihren Gesamtumsatz auf 3 MilliardenDollar beziffern. Da nach Dr. N ystroem die Gesamtmenge derim amerikanischen Detailhandel umgesetzten Waren (1924) 35 Milliar-den Dollar beträgt, so würden die Warenhäuser davon etwa 8% be-wältigen. Hirsch gibt im GdS 5 2 , 240 auf Grund anderer Berech-nung als Anteil aller 1800 Warenhäuser Amerikas nur 6% an.
Den Gesamtumsatz des Kolonialwarenhandels, auch in den DrugStores, schätzt man auf ungefähr 6 Milliarden Dollar jährlich undnimmt an, daß die verschiedenen Massenfilialbetriebe davon etwa einSechstel an sich gezogen haben; das wäre 1 Milliarde Dollar oder2,8% des gesamten Detailhandelsumsatzes.
Den Umsatz der Mail Order Stores beziffert man auf G00—700 Millio-nen Dollar oder 2%.
55 *