868 Dritter Abschnitt: Die Gestaltung d. Wirtschaft]. Prozesses i. d. Geschichte
Mit dieser Umwertung wird man auch die sogenannte „Emanzipationder Juden“ in Verbindung bringen dürfen: die freie Zulassung derJuden zu bürgerlichen Nahrungen hat zweifellos eine Stärkung derVermehrungstendenz im Händlertum bedeutet.
(2.) Der Kapitalismus vermehrt aber auch das Menschen-material, aus dem die Händler, zumal die kleinen, sich ergänzenkönnen. Er vernichtet wesentliche Teile des alten Handwerks und läßt denehemaligen Handwerker im seßhaften Detailhandel Unterschlupf finden.Er hebt den Arbeitslohn einer oberen Arbeiterschicht über das Mindest-maß hinaus, das zur Bestreitung des notwendigen Lebensunterhaltsdient, und ermöglicht kleine Ersparnisse. Er vermehrt durch die Steige-rung des Reichtums die Zahl derjenigen Personen, die den oberen Zehn-tausend zeitweilig zur Erleichterung und Verschönerung des Daseinssich darbieten, und die nach einigen Jahren des Dienertums sich alskleine Ladeninhaber soziale Selbständigkeit erringen: Domestiken,femmes entretenues, Kokotten. Er vernichtet die alten bodenständigenHausindustrien und Hausierhandwerke oder die alten Verkehrsgewerbeund liefert dem modernen Hausierhandel, der ihm selber dient, dasMenschenmaterial. Er wirft unausgesetzt beschäftigungslose oder ab-gebrauchte Elemente aus der Produktionssphäre heraus, die nun imStraßenhandel ihren Unterhalt finden usw.
(3.) Der Kapitalismus schafft für zahlreiche Elemente, insbesonderevermögenslose Existenzen, erst die Möglichkeit, den Händler-beruf auszuüben. Dadurch zunächst, daß er in entsprechender Weisedie Absatzorganisation umwandelt: durch Schaffung der Zwischen-glieder zwischen kapitalistischer Produktion und Detaillist (Engros-sortimenter, Reisende usw.). Sodann durch die unmittelbare Förderungin Gestalt weitgehender Kreditgewährung und Erleichterungen allerArt. Von zwei Seiten her tritt hier das Kapital als Begünstiger desvermögenslosen Händlertums auf: als Produktions- und (Groß-) Handels-kapital einerseits, als Baukapital andererseits. Es ist eine allgemeinbekannte Tatsache, daß heutigentags der kleine Händler, obwohlscheinbar selbständig, im Grunde doch vielfach nichts anderes als dasOrgan des Produzenten oder Grossisten ist, die ihm die Waren geradezuin den Laden tragen, gegen langfristigen Kredit zu den günstigstenBedingungen überlassen. Vgl. das oben auf Seite 751 Gesagte.
Und wie es hier das Produktions- und Zwischenhandelskapital ist,das sich um Vermehrung und Erhaltung des kleinen Händlers müht,so anderswo das Baukapital. Seit in den größeren Städten die Bau-