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3. Das Wirtschaftsleben im Zeitalter des Hochkapitalismus ; 2 (1927) Der Hergang der hochkapitalistischen Wirtschaft : die gesamtwirtschaft ; mit mehreren Namen u. Sachregistern ...
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Einundfünfzigstes Kapitel: Die Konzentration

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J. P. Morgan, Rothschild, Bleichröder . Aber eine gewisse innere Ver-wandtschaft zwischen Aktienbank und großer Bank besteht doch,sofern aus naheliegenden Gründen die Gesellschaftsform die Ver-größerung einerseits erleichtert, andererseits erzwingt.

Endlich hat noch ein außerhalb des Bankwesens sich abspielender,uns wohlbekannter Vorgang fördernden Einfluß auf die Entwicklungdes Großbetriebes ausgeübt, das ist

(3.) die Tendenz zum Zusammenschluß der Industrie, des Transportesimd des Handels zu Kartellen, großen Unternehmungen und Kon-zernen.Das Kartell setzt eine Großbank voraus, die imstande ist, demgewaltigen Zahlungs- und Produktionskredit einer ganzen Industriestets zu genügen. (H i 1 f e r d i n g.) Dasselbe gilt in vielleicht ge-steigertem Maße von den Ansprüchen der ganz großen Werke und Kon-zerne. Wir können den Gleichschritt zwischen Vergrößerung der Wirt-schaftseinheiten in der Produktions- und in der Banksphäre in jedemeinzelnen Falle wahrnehmen: wenn etwa die Fusion der A.E.G. und derUnion E.G. zu einem Zusammenarbeiten der Loewe-Banken mit derDeutschen Handelsgesellschaft und zum Teil der Deutschen Bankführt usw. Die Entstehung der großen Industriekonzerne hatdie großstädtischen Banken auch gezwungen, in der Provinz Wurzelzu fassen, und hat dadurch wiederum einen Anstoß zur Ausweitungihrer Machtsphäre gegeben. Und was es dieser Zusammenhänge nochmehr gibt.

Und wie es immer in solchen Fällen zu geschehen pflegt: neben denrationalen Gründen haben unzählige irrationale Gründe beidem Aufbau der Bankbetriebe mitgeholfen.

Da begegnen wir zunächst wiederum unter den die Entwicklungzum Großbetrieb fördernden Kräften dem uns hinlänglich bekanntenirrationalen Vergrößerungsdrange nur der Vergrößerung wegen. DasGeständnis des Bankers Magazine, das AdolfWeber zitiert:thatnot a few of the amalgamations of recent years have been dictated bya desire meiely for bigness, gilt für alle Länder und alle hochkapita-listische Zeit. Neben dem sinnlosen Expansionsdrange kommen Prestige-fragen in Betracht, auf die R i e ß e r mit besonderem Nachdruckhinweist.

Aber wie dem Großbetrieb solcher Art irrationale Motive zu Hilfekommen, so wirken doch auf der anderen Seite ähnliche Kräfte ihm ent-gegen und stärken die Stellung des kleinen und mittleren Betriebes.Ich denke an den Einfluß der persönlichen Freundschaft (der Grand